US-Verteidigungsminister Mattis: "Keine soliden Beweise für Chemiewaffenangriff"

Die nicht so unparteiische Syrian American Medical Society (SAMS)

Aus welcher Quelle die Beweise stammen, wäre auch diesmal dringend zu untersuchen, wie ein Bericht des US-Journalisten Max Blumenthal nahelegt. Blumenthal legt Hintergründe zu den Partnern der Weißhelme, der Syrian American Medical Society (SAMS), offen, die ebenfalls von einer starken Parteilichkeit zeugen.

Es waren die Weißhelme sowie die mit diesen kooperierende Syrian American Medical Society (SAMS), die von dem Chemiewaffenangriff berichteten. Sie spielten die entscheidende Rolle, sie sind die Schlüsselquellen, so Blumenthal, die von der Washington Post, der New York Times, CNN und wahrscheinlich allen westlichen Medien als key source herangezogen wurden.

Fotos von angeblich vom Angriff betroffenen Kindern. Bild: SAMS

Laut der Recherchen des Journalisten wird die "unpolitische, medizinische Non-profit-Organisation mit fast 6 Millionen Dollar Geld von USAID unterstützt, hat eine gute Beziehung zur syrischen Opposition, Sympathien zu den Muslimbrüdern, die wohl deutlich ausgeprägt sind - weshalb sie von früheren Mitgliedern, die vor dem Krieg in Syrien noch auf gute Beziehungen zur Regierung in Damaskus angewiesen waren, nach ihrer späteren Transformation als "Al Qaeda’s MASH unit" bezeichnet wurde, so Blumenthal.

Bemerkenswert sind auch engere Kontakte zur MEK, den Volksmudschahedin, die sich als Exilopposition zu Iran einen Namen gemacht hat. Der Regierung in Teheran gilt sie wegen Bombenanschläge als Terroristengruppe. Zaher Sahloul, ein prominentes Führungsmitglied der SAMS, hat gute kontakte zu namhaften US-Neokonservativen, denen eine Regime-Change-Haltung gegenüber Iran gemeinsam ist. SAMS operiert wie die Weißhelme ausschließlich in Gebieten der oppositionellen Milizen, wo, wie man weiß, kritische Zeugen ihrer Aktivitäten keine lange Lebenszeit haben.

Das alles ist natürlich alles andere als ein Beweis dafür, dass der Chemiewaffenangriff ein false-flag-Angriff war, wofür doch einiges spricht. Aber in Blumenthals Bericht sammeln sich viele Indizien an, die mit dem Bild, dass es sich bei SAMS um eine objektiv berichtende, unpolitische ärztliche Vereinigung mit überparteilichen Ethos handelt, nicht zu vereinen sind.

(Thomas Pany)

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