USA: Versagen der Politik und Militäreinsatz in Zeiten der Pandemie

Bild Donald Trump: Greg Skidmore / CC-BY-SA-3.0

Endet die Bekämpfung der Pandemie in einem Bürgerkrieg? Eine Chronik des Scheiterns

Die Corona-Pandemie hat die USA fest in den Klauen. Schon längst sind die offiziellen Fallzahlen die höchsten der Welt. Die Folgen sind unabsehbar: Rezession, Überschuldung, Rassenkonflikte, Unruhen, usw. Millionen Staatsbürger haben sich bewaffnet. Den USA droht "helter skelter". In den Schubladen des Pentagons lagert der Bürgerkriegsplan CONPLAN 3501 DCSA ausgearbeitet, für die Seuchenbekämpfung gibt es den CONPLAN 3591.

I. Seuchen-Warnungen in den USA

Die Java-Hufeisennase (Rhinolophus affinis) ist eine u.a. in Südchina vorkommende Fledermausart. Die Tierart gilt als Wirt für zahlreiche Krankheitserreger: Hanta- und Beta-Corona-Viren, Würmer, Milben, Zecken etc. Ein Corona-Virus hat sich - kaum bemerkt - in den letzten vier, fünf Jahren mehrfach verändert und so entwickelte sich der Erreger zum SARS CoV-2, das wohl erstmals Mitte November 2019 auftrat. Wo der modifizierte Erreger zum ersten Mal auf den menschlichen Organismus als Zoonose übersprang, ist bis heute nicht bekannt. Zum ersten Cluster des Virus wurde jedenfalls der Fischmarkt in Wuhan (Wǔhàn huánán hǎixiān pīfā shìchǎng).

In der Folge erkrankten im Verlauf des Dezember 2019 44 Personen an einer neuen Form von Lungenentzündung, die mittlerweile unter der Bezeichnung Covid-19 (Corona Virus Disease 2019) bekannt ist. Als der chinesische Augenarzt Li Wenliang seine Kollegen über die sozialen Medien warnte, ließ sich die Infektionswelle nicht mehr geheim halten. Am 30. Dezember 2019 informierte die Regierung die Außenstelle der World Health Organization (WHO) in Peking über die Ereignisse. Am 7. Januar 2020 wurde erstmals das Corona-Virus als Krankheitserreger ausgemacht. Am 9. Januar wurde der erste Corona-Tote in der VRC registriert. Am 20. Januar 2020 verstarb in Seattle (Bundesstaat Washington) ein Mann, der zuvor aus Wuhan zurückgekehrt war, so dass die USA relativ früh nach Pandemiebeginn von der neuen Seuche selbst betroffen waren.

Bereits Anfang Januar warnte Matthew Pottinger, seit dem 22. September 2019 Stellvertretender Nationaler Sicherheitsberater, vor dem Seuchenausbruch in China. Am 29. Januar verfasste der Handelsberater im Weißen Haus, Dr. Peter Navarro, eine Brandmeldung, in dem er vor den Gefahren des neuen Virus warnte. Er rechnete mit 500.000 Toten in den USA und wirtschaftlichen Verlusten in Höhe von mehreren Billionen Dollar. Am 22. Januar forderte Charles Summer, Führer der demokratischen Fraktion im Senat, das Weiße Haus auf, einen nationalen Gesundheitsnotstand auszurufen. Am 30. Januar warnte Gesundheitsminister Alex M. Azar II den Präsidenten vor der drohenden Pandemie.

Am 14. Februar forderte ein Memo des National Security Council mit dem Titel "U.S. Government Response to the 2019 Novel Coronavirus" verschärfte Maßnahmen: "significantly limiting public gatherings and cancellation of almost all sporting events, performances, and public and private meetings that cannot be convened by phone. Consider school closures. Widespread 'stay at home' directives from public and private organizations with nearly 100% telework for some".

Und am 21. Februar präsentierte Dr. Robert Kadlec, Assistant Secretary for Preparedness and Response (ASPR) im US-Gesundheitsministerium, dem Weißen Haus ein Schreckensszenario und am 24. Februar einen entsprechenden Abwehrplan "Four Steps to Mitigation".

Auch die US-Nachrichtendienste, wie z. B. die Central Intelligence Agency (CIA) in Langley oder das National Center for Medical Intelligence (NCMI) in Fort Detrick, hatten spätestens seit Anfang Februar vor der Seuche gewarnt, wie die "New York Times" berichtete":

The C.I.A. has been warning the White House since at least early February that China has vastly understated its coronavirus infections and that its count could not be relied upon as the United States compiles predictive models to fight the virus, according to current and former intelligence officials. (…)

So far, to the frustration of both the White House and the intelligence community, the agencies have been unable to glean more accurate numbers through their collection efforts.

But American intelligence agencies have concluded that the Chinese government itself does not know the extent of the virus and is as blind as the rest of the world. Midlevel bureaucrats in the city of Wuhan, where the virus originated, and elsewhere in China have been lying about infection rates, testing and death counts, fearful that if they report numbers that are too high they will be punished, lose their position or worse, current and former intelligence officials said.

But since January, White House officials have come to view with skepticism the Chinese tallies in particular and asked the C.I.A. and other intelligence agencies to prioritize collection of information on China.

Bloomberg News first reported the C.I.A.’s assessment that China was underreporting its virus diagnoses and deaths. Officials played down a revelation about an intelligence report sent last week to the White House, saying that the C.I.A. has for several weeks told White House officials not to trust the numbers that Beijing was handing to the World Health Organization.

The American intelligence about understated numbers predates recent reporting in the Chinese news media that the death count in Wuhan could be 5,000 or more, double the official number. Intelligence officers have not verified the press reports and have left them out of their reports, according to people briefed on their work.

American officials cautioned that even with their own sourcing, many of the intelligence agencies’ warnings to the White House since the beginning of the outbreak have hewed relatively close to reports from journalists, who have been aggressively reporting on the coronavirus outbreak in China and the Chinese government’s efforts to suppress reporting about its spread.

Das Center for Systems Science and Engineering (CSSE) der Johns Hopkins University (JHU) in Baltimore steuert derweil tagtäglich "aktuelle" Opferzahlen dem fortlaufenden Corona-Rätselraten bei. Zu Ostern am 12./13. April waren über 530.000 Menschen kontaminiert, damit waren in den USA mehr Menschen infiziert als im Vereinigten Königreich, Frankreich, Spanien und Italien zusammengenommen. Zeitgleich führten die USA mit rund 20.000 Todesopfern die weltweite Sterblichkeitsstatistik an. Wie hoch die Dunkelziffer ist, kann niemand ermessen, da die US-Regierung ihr Messprogramm vernachlässigt hat. Aufgrund der veröffentlichten Daten der Gesundheitsämter ist festzustellen, dass die Zahl der infizierten Afroamerikaner und Hispanics im Raum Chicago, Michigan und Louisiana - aufgrund ihrer beengten Wohnverhältnisse, ihrer prekären Arbeitsverhältnisse und ihrer mangelnden Gesundheitsversorgung - bis zu siebenmal höher ist, als die Zahl der infizierten Weißen.