USA beunruhigt über "syrische Aktivitäten im Süden Syriens"

US-Basis in der Nähe von al-Tanf. Foto: русская весна / CC BY-SA 4.0

Die Offensive der syrischen Armee und ihrer Verbündeten zur Wiedererlangung der Kontrolle im eigenen Land und die ihr entgegengesetzten Interessen von außerhalb

In Syrien baut sich in einer geopolitisch neuralgischen Region, im Südwesten des Landes, eine spannungsgeladene Situation auf. Die Regierung in Damaskus hatte eine Offensive in der Provinz Suweida und Daraa angekündigt und bereits begonnen; erste Eroberungen werden gemeldet. Ziel ist es, das Gebiet von IS-Kämpfern zu säubern, um die staatliche Kontrolle auszuweiten. Wie Präsident Assad mehrmals bekräftigt hat, will er ganz Syrien zurück unter die Kontrolle der Regierung bringen.

Die Offensive im Südwesten macht die Nachbarländer Jordanien und Israel nervös. Damit sind auch die USA im Spiel. Die drei Länder berufen sich auf Abmachungen mit Russland, die seinerzeit in Jordanien getroffen wurden und von Trump und Putin am Rand des letztjährigen G20-Gipfels in Hamburg offenbar bestätigt wurden.

Wie die Abmachungen zwischen den USA, Russland und Jordanien genau lauten, wissen nur Insider. Es gibt kein offizielles Schreiben mit Brief und Siegel dazu, das der Öffentlichkeit vorläge, und die genauen Vereinbarungen bekannt macht. Es gibt nur Medienmeldungen von mehr oder weniger gut informierten Journalisten mit mehr oder weniger guten Kontakten und die unterschiedlichen politischen Interessen, die mit der Öffentlichkeitsarbeit in der geopolitisch sensiblen Zone verbunden sind.

Für Israel und Jordanien und damit auch für deren großen Bruderpartner die USA sind die "Deeskalationszonen" in den Grenzgebieten auf syrischem Terrain von größtem Interesse. Immer wieder gab es Medienberichte dazu, wie groß das Gebiet - in Syrien - laut Abmachungen sein soll, in dem sich auf keinen Fall schiitischen Milizen mit Verbindungen zu Iran aufhalten sollen. Israels Premierminister Netanjahu forderte einen sehr viel größeren Abstand zu den Grenzen seines Landes, als die USA mit Russland verabreden konnten.

Mit der Offensive im Südwesten des Landes rücken die syrische Armee und ihre Verbündeten - und das sind schiitische Milizen, wie Kriegsberichterstatter mit sehr guten Kontakten berichten - genau in dieses empfindliche Gebiet vor.

Und weder die syrische Regierung noch die schiitischen Milizen lassen sich, wie es Elijah J. Magnier beschreibt, durch Abmachungen oder Proteste des US-Außenministeriums von der Offensive abhalten. Das US-Außenministerium zeigte sich beunruhigt über Operationen syrischer Regierungstruppen bzw. Verbündeter in dem Land, das Hoheitsgebiet der syrischen Regierung ist.

Da überdies die israelische Führung vonseiten der syrischen Regierung verdächtigt wird, dass sie mit dschihadistischen Gruppen zu einem gegenseitigen Einverständnis gekommen ist, zum Nachteil von Präsident Assad und seiner Regierung, ist die Neigung in Damaskus, Israel entgegenzukommen, nicht sonderlich ausgeprägt.

Interessant wird sein, wie sich Russland in der Sache stellt, welche Interessen es verfolgt und wie groß sein Einfluss in dieser Sache ist. Iran, dem anders als Russland wenig an den Interessen Israels liegt, ist ein langjähriger und enger Verbündeter von Syrien und der Regierung Assad.

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