USA greifen in Jemen-Krieg ein

Nach dem saudischen Massaker im Jemen und nachdem einige Raketen gegen einen US-Zerstörer abgeschossen wurden, griff die US-Marine Radarstationen an der Küste an

Erstmals beteiligen sich die USA direkt am Krieg gegen die Aufständischen im Jemen. Nachdem dreimal Raketen gegen den US-Zerstörer USS Mason vor der Küste vom Land aus abgefeuert wurden, ohne diesen zu treffen, schlug das Pentagon zurück. Offenbar sah sich US-Präsident Obama genötigt, auf die Angriffe zu reagieren, die allerdings auch den Zweck gehabt haben dürften, die USA in den Konflikt hineinzuziehen. Er hat auf Empfehlung des Verteidigungsminister Carter den Befehl erteilt, wie das Pentagon deutlich machte.

Allerdings streiten die Huthi-Rebellen ab, dass die Raketen von ihnen abgeschossen worden seien. Gut möglich wäre auch, dass nach dem Massaker, das saudische Flugzeuge mit der Bombardierung einer Trauerfeier auf einem Friedhof in Sanaa angerichtet haben und von dem sich die US-Regierung halbherzig distanziert hatte (Zweierlei Maß: Lehrstunde der US-Diplomatie im Nahen Osten), andere Kräfte versuchen könnten, die USA direkt in die Kämpfe hineinzuziehen. Die US-Regierung geht jedoch davon aus, dass es Huthi-Rebellen gewesen sind, die mit den Angriffen dann womöglich auch demonstrieren, dass sie sich stärker an den Iran anschließen.

Abschuss einer Tomahawk vom USS Nitze. Bild: US Navy

In der Nacht wurden vom Zerstörer USS Nitze Tomahawk-Marschflugkörper angeblich gegen drei Radarstationen an der Küste abgefeuert, die von den Huthi-Rebellen sowie den mit diesen kooperierenden Teilen der jemenitischen Streitkräfte und Stammesmilizen kontrolliert werden. Die Angriffe seien erfolgreich gewesen, meldet das Pentagon, um herauszustellen, dass man auch künftig auf "Bedrohungen unserer Schiffe und des wirtschaftlichen Schiffsverkehrs mit angemessen Mittel antworten" werde, um die Freiheit der Schifffahrt zu garantieren.

Das Pentagon will die Angriffe nicht als offenen Eintritt in den seit 2015 von der Koalition unter der Führung Saudi-Arabiens gewertet sehen, sondern als "begrenzte Schläge zur Selbstverteidigung", wie sich Pentagon-Sprecher Peter Cook ausdrückte: "Diese Radarstationen waren während der Angriffe und versuchten Angriffe auf Schiffe im Roten Meer aktiv", hieß es aus dem Pentagon. Überdies seien die Radarstationen in der Nähe von Ras Isa, Mukha und Khoka so abgelegen, so dass das Risiko ziviler Opfer gering sei.

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