Ukraine: Waffenruhe wird überwiegend eingehalten

Vereinzelte Zwischenfälle in Donezk - Ruhe in Lugansk

Seit gestern 23 Uhr 1 Mitteleuropäischer Zeit gilt in der Ostukraine ein Waffenstillstand, den die Konfliktparteien und die kontinentaleuropäischen Großmächte am Donnerstag in der weißrussischen Hauptstadt Minsk ausgehandelt haben. Da es am Freitag und gestern noch zu schweren Kämpfen kam, war bis zuletzt unsicher, ob die Geschütze in der Nacht zum Sonntag tatsächlich schweigen würden. Nun steht fest, dass sie das zumindest überwiegend tun.

Ohrenzeugen aus Donezk und anderen Ortschaften im Konfliktgebiet berichten übereinstimmend von einem plötzlichen Ende des Geschützfeuers zum vereinbarten Zeitpunkt. Für die Zeit danach gibt es lediglich vereinzelte Meldungen über Verstöße gegen die Waffenruhe: Der Pressesprecher des ukrainischen Präsidenten sprach am Sonntagmorgen von zehn Zwischenfällen, der Donezker Volkswehr-Vize Eduard Bassurin von "selektivem Zurückschießen". In Lugansk war es offenbar komplett ruhig.

Die russische Regierung hatte gestern eine UN-Resolution eingebracht, die alle Mitgliedsländer verpflichten soll, sich an die in Minsk ausgehandelten Bedingungen zu halten. Gleichzeitig hatte das US-Außenministerium Russland vorgeworfen, den ostukrainischen Separatisten Waffen zu liefern. Die dafür vorgelegten Indizien waren allerdings eher dürftig und beschränkten sich auf Fahrzeugbewegungen innerhalb Russlands.

Russische Medien kritisierten am Samstag, dass Großbritannien der ukrainischen Regierung 20 gebrauchte "Armoured Personnel Carriers" vom Typ Saxon lieferte. Weitere 55 sollen demnächst folgen. "Gepanzerte Mannschaftstransportwagen" hießen in Westdeutschland während des Kalten Krieges "Transportpanzer" und in der DDR "Schützenpanzerwagen". Im britischen Außenministerium betont man, dass diese Fahrzeuge ohne Bordbewaffnung abgegeben wurden und ausschließlich dem Schutz von Menschen dienen sollen.

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