Umfrage: Deutsche mehrheitlich gegen US-Angriff auf Syrien

Bild: DoD

In den USA befürwortet eine Mehrheit einen einmaligen Schlag, aber nur 20 Prozent wollen weitere Militäraktionen

Man kann durchaus in Zweifel ziehen, ob eine Befragung von 500 Deutschen ein repräsentatives Ergebnis für die Meinung aller Deutschen erbringen kann. Eine angeblich repräsentative Emnid-Umfrage für die BamS, die am Freitag durchgeführt wurde, hat ergeben, dass 59 Prozent der Deutschen den Luftschlag mit 59 Tomahawk-Raketen nicht für richtig halten.

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Hinter dem Angriff würden danach nur 26 Prozent stehen, das ist sehr wenig, wenn man bedenkt, dass die Medien und die Regierung ziemlich einhellig davon ausgingen, dass die syrische Luftwaffe für den Giftgasangriff auf die vor allem von al-Qaida kontrollierte Kleinstadt verantwortlich ist. Weitere Angriffe würden 9 Prozent befürworten.

Nach der Umfrage haben 40 Prozent der Befragten Angst, dass es zu einem militärischen Konflikt zwischen Russland und den USA kommen könnte. 53 Prozent befürchten dies nicht, womit sie vermutlich richtig liegen. Russland hat zwar den Angriff kritisiert, aber nur bislang nur symbolisch reagiert. Das könnte sich ändern, wenn China, das Trump mit dem Treffen mit dem Präsidenten Xi Jinping lahmlegte, deutlicher Position einnimmt. Man kann sich kaum vorstellen, dass China sich weiter derart als Spielball benützen lässt, um Washington eine Bühne für den Angriff auf Syrien und für eine Machtdemonstration gegenüber Nordkorea zu bieten.

Nach einer Umfrage von YouGov, in Auftrag gegeben von Huffington Post, ist die Haltung in den USA auch verhalten. 51 Prozent stehen hinter dem Angriff auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt, 32 Prozent lehnen ab und 17 Prozent wissen nicht, welche Haltung sie einnehmen sollen. Aber nur 20 Prozent wollen, dass die USA weiter militärisch eingreifen, 36 Prozent lehnen dies ab, 45 Prozent haben dazu keine Meinung. Trump hat strategisch offenbar richtig gehandelt, aber die Amerikaner bleiben skeptisch, was Interventionen im Ausland angeht. Das hatte Trump im Wahlkampf auch immer vertreten. (Florian Rötzer)

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