"Verbrechen aus Hass": neun Tote in einer Südstaaten-Kirche

Rassismus und laxe Waffengesetze? In South Carolina hat ein unbekannter Weißer auf Besucher eines Abendgebetes in der Emanuel African Methodist Episcopal-Kirche geschossen

Über ein konkretes Motiv für die Schießerei wollte die Polizei in Charleston im US-Bundesstaat South Carolina noch keine Angaben machen. Ihr Chef Greg Mullen geht von einem "Verbrechen aus Hass" aus.

Bekannt ist bisher, dass der Schütze, ein junger Weißer, gestern beim Abendgebet in der Emanuel African Methodist Episcopal-Kirche in Süd-Charleston, acht Schwarze erschossen hat, zwei wurden ins Krankenhaus eingeliefert, wo einer verstarb.

Der Schütze ist noch auf der Flucht.

Mit Angaben über die Opfer und die Überlebenden hält sich die Polizei zurück. Diverse Meldungen bestätigen, dass der Prediger der Kirche, Clementa Pinckney, ebenfalls unter den Opfern ist. Pickney war Politiker, Mitglied des Senats in South Carolina für die Demokraten, der sich für die Schwarzen engagierte.

Er sprach sich etwa im Fall Walter Scott, der im April dieses Jahres von einem weißen Polizisten wegen eines Verkehrsdelikts verfolgt und mit Schüssen in den Rücken getötet wurde, dafür aus, dass Polizisten Kameras tragen sollten.

"Downtown Charleston", wo sich die Kirche befindet, gilt als wohlhabende Gegend, die von vielen Touristen besucht wird. In der benachbarten Stadt North Charleston, etwa 100.000 Einwohner, haben sich die Spannungen seit dem tödlichen Schuss, den der weiße Polizist auf den flüchtenden Schwarzen Walter Scott abgab, aufgeheizt.

Der mörderische Tat wird in den USA die Diskussionen über die laxen Waffengesetze erneut anstoßen (seit neuestem darf man in Texas auch auf dem Universitätscampus verdeckt Waffen mitführen - laut Fürsprechern dieses gefährlichen Gesetzes zur "besseren Verteidigung gegen Amokläufer").

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