Von der Tupper- zur Taserparty

Virales Marketing für die Aufrüstung

Taser, die Firma, die Elektroschockwaffen für staatliches Sicherheitspersonal und weniger starke für Privatpersonen anbietet und immer einmal wieder wegen Todesfällen und ungerechtfertigten Gebrauch der nichttödlichen Waffe ins Gerede kommt, hat eine neue Idee. Um die Waffen besser unters Volk zu bringen, das sich selbst verteidigen soll, wenn nicht schon Elektroschockwaffen als Angriffs-, Straf-, Quäl- oder Folterwaffenwaffen benutzt werden (siehe hier eine polizeiliche Strafmaßnahme), versucht man nun, mit einer alten viralen Strategie die Umsätze zu steigern.

Tupperware hatte es vorgemacht, wie man Waren nicht über die üblichen Verkaufswege unters Volk bringen kann. Die Hochzeit von Tupperware war, als Hausfrauen und andere selbständige Vertriebspartner Partys oder gesellige Treffen organisierten, um die Produkte vorzustellen und zu verkaufen. Man lädt beispielsweise Bekannte und Freunde zu sich ein und nutzt die Verbindungen, um bei Kaffee oder Snacks einen Verkäufer die Plastikprodukte anbieten zu lassen. So nahe wie man ist, so wenig Distanz gibt es, desto eher wird man auch durch die Konstruktion der Falle etwas verkaufen können.

Weil offenbar die Geschäfte wie einst bei Tupperware auch bei Taser nicht so gut laufen, wie man erhoffte, will man nun auf dieses virale Marketing setzen. Statt Tupper- soll es nun auch Taser-Partys geben. Dazu wird, wie in einem Artikel berichtet wird, natürlich erst einmal die Angst geschürt, jeder Zeit zum Opfer von Gewalt werden zu können. Würden Roland Koch und Angela Merkel Jugend- und Ausländgewalt nicht nur politisch, sondern auch kommerziell ausbeuten wollen, würde ihre Kampagne derzeit haargenau zu der von Taser passen.

Werbung für die Elektroschockwaffe für die Frauen: Emanzipation mit Waffe

Bieten Merkel und Co. Bootcamps, den Ausbau der Gefängnisse durch längere Haftstrafen und den Zuwachs des Flugverkehrs mit vermehrten Abschiebungen an, so Taser natürlich sein eigenes Produkt. Wer angegriffen wird oder nur Angst davor hat, soll nur zur Abschreckung mal dem vermeintlichen Angreifer einen Elektroschock verpassen. Das könnte man natürlich auch gleich denjenigen verpassen, die in der U-Bahn rauchen, zu laut Musik hören oder sonst sich nicht gebührlich verhalten. Es kann ja nichts passieren, wie Taser versichert. So wird für Ruhe und Ordnung gesorgt, wenn nicht die Gewalttäter in Zukunft selbst die Anwendung roher körperlicher Gewalt vermeiden und präventiv schon mal zur Elektroschockwaffe greifen. Das macht Spaß und den Angegriffenen wehrlos, falls er nicht schon eine Schutzweste trägt und dann seinerseits losballert (Schutzkleidung für Taser-Waffen).

Taser hat für sich die Frauen entdeckt. Man hat eine schicke, "nicht Schusswaffen ähnliche", leichte Elektroschockwaffe – C2 – mit einer Reichweite von 4,5 m auf den Markt gebracht, die gut in jede Handtasche passt und in verschiedenen Farben erhältlich ist. Möglicherweise stehen die Männer eher auf die "wirklichen" Waffen, also könnte der Markt für die Softwaffen bei den Frauen florieren. Es fließt kein Blut, angeblich ist alles ganz harmlos mit den Schmerzwaffen. Da kann frau schon mal ohne Skrupel durchdrücken. Auf die Idee kam nicht die Firma, sondern eine geschäftstüchtige Frau (oder mehrere), die schon eine ganze Reihe von Taser-.Partys veranstaltet hat. Jetzt darf sie schon einmal ihre Partys auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas veranstalten. (Florian Rötzer)

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