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Wälder und Gelder

Wald in BritishColumbia. Bild: BC Ministry of Forests, Lands and Natural Resource Operations/CC BY-NC-ND 2.0

Die indigenen Gemeinschaften Kanadas haben die Wälder nicht nur geschont, sondern sogar deren Qualität verbessert - ganz im Gegensatz zum militärisch-kapitalistischen Komplex des Westens

Immer wieder heißt es, die Menschheit zerstöre zwangsläufig die Natur, weil die Menschen "von Natur aus" zerstörerisch mit ihrer Umwelt umgehen. Ganz so einfach ist es natürlich nicht. Denn viele indigene Gemeinschaften gingen sehr verantwortungsvoll mit ihrer Umwelt um, so zum Beispiel die Ureinwohner von British Columbia [1], das an der waldreichen kanadischen Westküste liegt.

Die "First Nations", wie die indigenen Gemeinschaften Kanadas genannt werden, haben im Verlauf von 13.000 Jahren nicht nur die dortigen Wälder geschont, sondern sogar deren Qualität verbessert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie [2], die im Fachmagazin "Nature" erschienen ist.

Für die Studie wurden 15 verschiedene Orte mit modernen biochemischen und archäologischen Methoden untersucht, an denen bis vor 100 Jahren die "First Nations" gelebt haben - die Orte liegen rund 400 Kilometer nördlich von Vancouver und beherbergen vor allem Riesen-Lebensbäume (Thuja plicata). Ergebnis der Untersuchungen: In den Wäldern, in denen die "First Nations" lebten, sind die Bäume allesamt höher, ausladender und gesünder als die Bäume in der Peripherie. Die Bäume im Gebiet der First Nations haben im Durchschnitt grünere Blätter und einen größeren Stammumfang. Darüber hinaus wachsen sie schneller als die Bäume der Kontrollgruppe in der Peripherie und sind seltener von Schädlingen befallen.

Wie das? Die Bäume wurden vor allem durch enorme Mengen von Holzkohle-Asche, Abfallprodukt der Feuerstellen, gedüngt. Ein weiterer Dünger sind die sogenannten Køkkenmødding [3], also prähistorische Abfallhaufen aus Muschelschalen und Fischknochen, die als Überreste der Nahrungsgewinnung und -zubereitung zurückgeblieben sind. Diese Køkkenmødding bedecken tausende Quadratkilometer der untersuchten Wälder und reichen teilweise bis zu fünf Meter unter die Erdoberfläche, schließlich haben sich die First Nations der Westküste Jahrtausende von Meerestieren ernährt.

Der kohlensaure Kalk (Calciumcarbonat, CaCO3) der Muschelschalen und Fischknochen hat die Böden über Jahrtausende hinweg bis zum heutigen Tag mit Nährstoffen versorgt. Die Asche wiederum wirkt ebenfalls als Dünger und hat den pH-Wert der Böden angehoben, wodurch sich auch der düngende Phosphor-Gehalt erhöhte - aus eher saurem Boden wurde nach und nach eher alkalischer Boden, der fruchtbarer ist als die Böden der Peripherie.

Die indigenen Gemeinschaften haben die Wälder der kanadischen Westküste nicht nur geschont, sondern sogar deren Qualität verbessert. Der militärisch-kapitalistische Komplex jedoch müllt die Wälder zu und macht alles platt, was ihm unter die Säge kommt. Bild: Kira Hoffmann [4], kanadische Ökologin und Mitautorin der Studie.

Ohne Profitstreben

Nicht nur die First Nations, sondern auch die indigenen Gemeinschaften auf dem Gebiet der heutigen USA gingen meist sehr sorgsam mit ihrer Umwelt um. Bison-Herden wurden nicht bis zum Exzess getötet, weil allen klar war, dass sie sich regenerieren müssen. Die Bäume wurden möglichst an abwechselnden Stellen geschlagen, damit sie wieder nachwachsen können. Und die Ureinwohner gingen in der Natur oft im Gänsemarsch hintereinander her, um eine möglichst kleine Schneise in den wichtigen Weidelandschaften zu hinterlassen.

Profitstreben jedenfalls war diesen Gemeinschaften fremd. Dass indigene Gemeinschaften durch Landnutzung ihre Umweltbedingungen verbessern können, zeigt auch die jahrhundertelange Kultivierung der "Terra Preta" [5] in Lateinamerika und Afrika. Die "Terra Preta" ist ein äußerst fruchtbarer, bis zu 2 Meter dicker Boden, der durch die stete Zugabe z.B. von Asche, Biomasse und Kohlenstoff entsteht.

Das Anthropozän bringt also nicht zwangsläufig Zerstörung über die Welt - doch sie kam mit den ersten europäischen Siedlern: Sie lynchten Millionen Ureinwohner, rotteten die Bisons aus und privatisierten das Land. (Das Wort "privat" kommt vom lateinischen "privare", was so viel heißt wie berauben, entziehen, vorenthalten.) Anschließend fielen die nordamerikanischen Wälder der Brandrodung und dem Kahlschlag zum Opfer, was eine enorme Desertifikation mit sich brachte. Der heutige Wassermangel in Kalifornien und anderen US-Bundesstaaten zeugt noch heute davon, dass die "Pioniere der USA" etliche wasserbindende Wälder und damit fruchtbare Böden vernichtet haben.

"In einer Zeit, wo uns so viele Forschungsergebnisse das negative Vermächtnis der Menschheit zeigen, ist es unglaublich, dass wir hier die entgegengesetzte Geschichte haben. Diese Wälder florieren durch ihre Beziehung mit den First Nations der Küstengebiete. Seit über 13.000 Jahren, also 500 Generationen, haben Menschen diese Landschaft gestaltet. Sprich, dieses Gebiet, das auf den ersten Blick makellos und wild aussieht, ist durch menschliche Aktivitäten hochgradig verändert und verbessert worden", sagt Andrew Trant [6], Ökologe an der kanadischen University of Waterloo und Hauptautor der Studie.

Und er fügt hinzu: "Diese Ergebnisse verändern unsere Denkweise über Zeit und die Beeinflussung der Umwelt - und sie bestärken die Idee der Verbundenheit, die bei den Kulturen der First Nations vorherrscht. Wir müssen uns das immer wieder klarmachen: Unser heutiger Müll muss irgendwo hin."

Zerstörung der Wälder bei den Römern

Die kanadischen First Nations praktizierten - wie viele andere indigene Gemeinschaften rund um den Globus auch - eine basisdemokratische Selbstorganisation, die mit dem zerstörerischen Streben nach Kapitalakkumulation nichts am Hut hat. Diesem Streben fällt oft genug die Natur zum Opfer, die zugleich die einzige (und endliche) Ressource ist, mit der realwirtschaftliche Güter erzeugt werden können. Häufig entsteht dabei der Eindruck, dass nur die heutigen Industrienationen die Umwelt zerstören. Sicher, der Umfang der Zerstörung hat heutzutage enorme und erschreckende Dimensionen erreicht. Gleichsam begann die Zerstörung in genau jener Zeit, in der die Römer ihren Militär-Komplex mit dem Profitstreben koppelten.

Auf Inschriften in den Ruinen von Pompeji fand man Sprüche wie "salve lucrum" (Es lebe der Gewinn) und "lucrum gaudium" (Gewinn macht Freude). Um die Gewinne zu steigern, wurden schon in der Antike hektarweise Wälder gerodet: Vor zehntausend Jahren erstreckten sich von Marokko bis Mesopotamien gigantische Wälder mit Buchen, Eichen und Zedern. Das Land war fruchtbar und regenreich. Heutzutage findet man dort weitgehend Wüsten, was daran liegt, dass die Uruk, Mykener und Römer ganze Landstriche entwaldeten, um aus dem Holz Prachtbauten, Palisadenwälle und Kriegsschiffe zu bauen.

Das Römische Reich benötigte das Holz aber nicht nur zum Bauen, es musste auch über 60 Millionen Menschen mit Heizmaterial versorgen und über 600.000 Soldaten mit Waffen und Rüstungen ausstatten. Dafür brauchten die Römer Stahl, hergestellt aus Eisen und Kohlenstoff. Überall entstanden riesige Schmelzöfen, um Eisenerz zu verarbeiten. Die Öfen wurden mit Holzkohle befeuert, so dass es schon damals zu einer enormen Umweltzerstörung kam: Konservativen Schätzungen zufolge rodeten die Römer über 27 Millionen Hektar Wald, eine Fläche fast so groß wie das heutige Polen.

Und wozu das ganze? Um Krieg zu führen und Profite einzufahren. Immerhin flossen im Römischen Reich schätzungsweise drei Viertel der Staatsausgaben ins Militär. Wenn entwaldete Mittelmeergebiete wie die Insel Sardinien heutzutage unter Wassermangel leiden, dann ist das auch eine Konsequenz des römischen Waldgemetzels vor rund 2000 Jahren.

Zerstörung der Wälder in der Neuzeit

Im Frühmittelalter wurden die Wälder gemeinschaftlich als Allmende genutzt und waren sehr wichtig, ja vielleicht so wichtig wie heute das Erdöl. Die Wälder lieferten Brennholz, vitaminreiche Beeren und Kräuter, Eicheln zur Schweinemast und hier und da etwas Wild von der Jagd. Doch durch den gewaltsamen Allmende-Raub (Ich habe was, was du nicht hast [7]) wurde die Natur zum Privateigentum, um Profit zu erwirtschaften, wobei die Herrschenden klar gegen die "Charter of the Forest" (1217) verstießen.

Während die "Magna Charta" (1215) noch bis heute als historisches Dokument der ersten Verfassungsrechte gefeiert wird, ist die nur wenig später von König Henry III. unterzeichnete "Charter of the Forest" völlig in Vergessenheit geraten. Und das, obwohl erstere lediglich Rechte für die Barone enthielt, während letztere der einfachen Bevölkerung entscheidende Rechte zugestand, darunter die freie Nutzung der Wälder und Heiden:

Jeder freie Mensch darf deshalb, ohne verfolgt zu werden, im Wald oder auf dem Land eine Mühle, eine Domäne, einen Teich, eine Mergelgrube, einen Wassergraben oder kultivierbares Land im Dickicht errichten, unter der Bedingung, dass dies nicht irgendeinen Nachbarn schädigt.

Charter of the Forest, 1217, 12. Artikel

Mit dem Allmende-Raub und der Reformation - die den Raub mit göttlichen Argumenten zu rechtfertigen versuchte - war damit endgültig Schluss. Nebenbei bemerkt setzten sich die Herrschenden und die Reformatoren auch über das biblische Verbot hinweg, Ländereien in Privatbesitz zu nehmen: "Besitz an Grund und Boden darf nicht endgültig verkauft werden, weil das Land nicht euer, sondern mein [Gottes] Eigentum ist. Ihr lebt bei mir wie Fremde oder Gäste, denen das Land nur zur Nutzung überlassen ist." (Lev 25,23). Den Proto-Kapitalisten Luther und Calvin war das gleichgültig.

Die Zerstörung der Wälder nahm anschließend in dem Maße zu, wie der militärisch-kapitalistische Komplex wuchs. Im Jahr 1556 veröffentlichte der Arzt Georgius Agricola mit "De Re Metallica" ein wichtiges Buch zum Thema Bergbau und Hüttenwesen. Der Text aus dem Jahr 1556 könnte genauso gut über die katastrophale Lage 2016 im tropischen Regenwald berichten:

Wälder und Haine werden umgehauen, denn man bedarf zahlloser Hölzer für die Gebäude und das Gezeug sowie, um die Erze zu schmelzen. Durch das Niederlegen der Wälder und Haine aber werden die Vögel und anderen Tiere ausgerottet, von denen sehr viele den Menschen als feine und angenehme Speise dienen. Die Erze werden gewaschen; durch das Waschen aber werden, weil es die Bäche und Flüsse vergiftet, die Fische entweder aus ihnen vertrieben oder gar getötet: Da also die Einwohner der betreffenden Landschaften infolge der Verwüstung der Felder, Wälder, Haine, Bäche und Flüsse in große Verlegenheit kommen, wie sie die Dinge, die sie zum Leben brauchen, sich verschaffen sollen, und da sie wegen des Mangels an Holz größere Kosten zum Bau ihrer Häuser aufwenden müssen, so ist es vor aller Augen klar, dass bei dem Schürfen mehr Schaden entsteht, als in den Erzen, die durch den Bergbau gewonnen werden, Nutzen liegt.

Georgius Agricola, 1556 in "De Re Mettalica"

All das war ganz und gar nicht "nachhaltig", um es mit einem Wort zu sagen, das gegenwärtig wieder in Mode gekommen ist. Wieder? In einem öffentlichen Schreiben der Stadt Reichenhall heißt es bereits 1661: "Gott hat die Wäldt für den Salzquell erschaffen, auf daß sie ewig wie er continuieren mögen / also solle der Mensch es halten: Ehe der alte ausgehet, der junge bereits wieder zum verhackhen hergewaxen ist."

Und 1713 warnte Hans Carl von Carlowitz, damals Oberberghauptmann des Erzgebirges, eindringlich vor einem Kahlschlag der Wälder. Sein Buch "Sylvicultura oeconomica, oder haußwirthliche Nachricht und Naturmäßige Anweisung zur Wilden Baum-Zucht" (1713) gilt als eines der ersten und wichtigsten Werke zur Idee der Nachhaltigkeit. Was war damals passiert? Im 18. Jahrhundert stand in vielen Regionen Sachsens kaum noch ein Baum. Aufgrund eines riesigen Energiehungers wurde Sachsen geradezu entwaldet. Denn der Bergbau und das Hüttenwesen benötigten enorme Mengen Feuerholz, um das Eisenerz zu schmelzen.

Wie schon bei den Römern haben die europäischen Nationalstaaten damals rund 80 Prozent ihres Staatshaushalts allein für Militärausgaben genutzt. Daran sieht man erstens, zu welchem Zweck Staaten ursprünglich geschaffen wurden, und zweitens, dass das Streben nach Kapitalakkumulation und die Zerstörung der Wälder Hand in Hand gehen. Carlowitz schreibt 1713:

Man soll keine alte Kleider wegwerffen / bis man neue hat / also soll man den Vorrath an ausgewachsenen Holtz nicht eher abtreiben / bis man siehet / daß dagegen gnugsamer Wiederwachs vorhanden." Eine erste Formulierung der Nachhaltigkeit also. Carlowitz fährt fort: "Wenn uns nicht die höchste Noth hierzu zwinget / so wird man sonsten schwerlich daran gehen / ehe und bevor […] uns das Wasser an Halß und ins Maul reichet.

Hans Carl von Carlowitz, 1713 in "Sylvicultura oeconomica"

Bäume in Reih und Glied

Die vermeintliche Lösung des Problems stammt ironischerweise aus jenem Militärwesen, das den Kahlschlag der Wälder anheizte. Die planlose "Holzernte" in den wilden Wäldern wurde durch einen strikt geordneten Forst ersetzt: "Unter allen Bemühungen des Forstwirts ist wohl keine wichtiger und verdienstlicher, als die Nachzucht des Holzes, oder die Erziehung junger Wälder, weil dadurch die jährliche Holzabgabe wieder ersetzt, und dem Wald eine ewige Dauer verschafft werden muss", schrieb 1791 der Forstwissenschaftler Georg Ludwig Hartig.

Nach dem blutigen Allmende-Raub im 16. Jahrhundert blühte der Kapitalismus und mit ihm bald darauf die Disziplinargesellschaft. Schulen wurden wie Militärkasernen organisiert und Planstädte wie Karlsruhe (Fächersystem) und Mannheim (Quadratestadt) sollten die Menschen buchstäblich in Schach halten und den Herrschenden Überblick verschaffen.

Mit der Holznot entstanden im 18. Jahrhundert die ersten Forste, die ebenso militärisch angeordnet waren. Erst wurden die Wälder lediglich kartiert, bald darauf wurden die Karten jedoch zum Vorbild für die Anordnung der Wälder - Bäume in Reih und Glied, die jederzeit berechnet und kategorisiert werden können. "Der Wald selbst musste gar nicht mehr angeschaut werden; er konnte akkurat von den Karten und Tabellen des Forstamts 'gelesen' werden", bemerkt der Anthropologe James C. Scott.

Auf die ersten Ertragssteigerungen folgten einige Jahre später die ersten Probleme. Weil die artenreichen und gesunden Mischwälder den Monokulturen aus Fichten und Kiefern weichen mussten, brach fast das gesamte und hochkomplexe Ökosystem der deutschen Wälder zusammen. Ein Forst ist eben kein echter Wald - auch wenn naturentfremdete Menschen dazu neigen, die beiden in einen Topf zu werfen. In ihrem Wahn, sich die Natur untertan zu machen, haben es die ersten deutschen Forstwirte jedenfalls geschafft, intakte Nährstoffzyklen und fruchtbare Böden zu zerstören. In seinem Buch "Das Ende der Megamaschine" schreibt Fabian Scheidler treffend:

Der Wald wurde lesbar für den berechnenden Blick, der Normalbaum von einer abstrakten Recheneinheit zur Realität. […] Baumreihen waren für den Herrscher ebenso abrufbar und verfügbar wie Soldaten, in Reih und Glied wurden sie gefällt, ähnlich wie die Soldaten in der Schlacht fielen. Und alle diese Vorgänge wurden auf den Karten von Feldherren und Forstdirektionen en détail abgebildet. […]

Die Forstwissenschaftler hatten ein System zerstört, von dessen Existenz sie nicht einmal etwas geahnt hatten. Der Preis für den Versuch, das Territorium zu einer Doublette der Karte zu machen, erwies sich als der Tod des Territoriums. Dieses Beispiel ist charakteristisch für die bis heute anhaltenden Versuche, komplexe natürliche Systeme der menschlichen Macht und dem Prinzip der Profitmaximierung zu unterwerfen.

Fabian Scheidler, "Das Ende der Megamaschine"

Der letzte Baum

Das Forstwesen führte abermals zu einer Entwaldung und Holznot, die Lage war derart miserabel, "das Wasser an Halß und ins Maul reichet", wie Carlowitz schrieb. Nun, heutzutage reicht uns das Wasser ganz sicher bis zum Maul. Die Industrienationen verbrauchen derzeit 1,5-mal mehr Ressourcen, als in der gleichen Zeit auf der Erde nachwachsen können. Manche Berechnungen gehen von einem noch viel höheren Ressourcenverbrauch aus. Der sogenannte "Earth Overshoot Day" [8] gibt an, an welchem Tag des Jahres die Menschheit ihr jährliches "Guthaben" an Ressourcen aufgebraucht hat. Der Tag tritt von Jahr zu Jahr früher ein; war es 1989 noch der 19. Dezember, war es 2016 bereits der 8. August.

Eine andere aktuelle Studie [9] zeigt, dass seit Anfang der 1990er rund 10 Prozent der weltweiten Wildnis zerstört wurde, sprich, über 3 Millionen Quadratkilometer Wildnis samt Flora und Fauna sind einfach verschwunden [10], weil der Mensch sie plattgemacht hat. Weltweit werden jedes Jahr über 13 Millionen Hektar Wald ersatzlos vernichtet [11], eine Fläche, die größer als alle Wälder Deutschlands zusammengenommen ist (Deutschland hat insgesamt circa 11,3 Millionen Hektar Waldfläche).

Die sogenannte Weissagung der Cree, die vor allem in der Umweltschutzbewegung der 1970er-Jahre die Runde machte, hat also nichts von ihrer Aktualität eingebüßt: "Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann."

Patrick Spät [12] lebt als freier Journalist und Buchautor in Berlin. Zuletzt erschien von ihm das Buch "Die Freiheit nehm ich dir. 11 Kehrseiten des Kapitalismus" [13], Zürich: Rotpunktverlag 2016.


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http://www.heise.de/-3336625

Links in diesem Artikel:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/British_Columbia
[2] http://www.nature.com/articles/ncomms12491
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B8kkenm%C3%B8dding
[4] http://www.kirahoffman.com/media/
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Terra_preta
[6] https://uwaterloo.ca/environment-resources-and-sustainability/people-profiles/andrew-trant
[7] https://www.heise.de/tp/features/Ich-habe-was-was-du-nicht-hast-3368412.html
[8] http://www.overshootday.org/
[9] http://www.cell.com/current-biology/fulltext/S0960-9822%2816%2930993-9
[10] http://www.cell.com/cms/attachment/2063917289/2065805048/gr1.jpg
[11] http://www.fao.org/docrep/013/i1757e/i1757e00.htm
[12] https://patrickspaet.wordpress.com/
[13] http://www.rotpunktverlag.ch/707