Warten, bis die Immo-Blase platzt

Selbst für kleine, stark renovierungsbedürftige Häuser auf dem Land steigen die Preise. Foto: Siggy Nowak auf Pixabay (Public Domain)

Die Preise für Wohneigentum sind sprunghaft gestiegen, die Zahl der Haushalte, die es finanzieren können, nimmt ab. Zumindest regional könnte der Boom bald vorbei sein

Nicht nur in Großstädten steigen die Preise für Wohnimmobilien: In dünn besiedelten ländlichen Kreisen haben sich Ein- und Zweifamilienhäuser im dritten Quartal 2021 Vergleich sogar um 15,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verteuert – einen Preisanstieg von "nur" 11,2 Prozent stellte das Statistische Bundesamt für Eigentumswohnungen in solchen Gebieten fest.

Um 14,5 Prozent verteuerten sich Häuser und Wohnungen in den sieben größten Städten Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf, wie die Statistikbehörde am Mittwoch mitteilte. In dichter besiedelten ländlichen Kreisen stiegen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser im Schnitt 12,0 Prozent, für Eigentumswohnungen um 12,3 Prozent.

Trend zum Landleben bei Menschen im Homeoffice mit festem Gehalt?

Steigende Kosten für Baustoffe sowie niedrige Zinsen, ein Mangel an berechenbaren Anlagealternativen und teilweise auch für die Zeit nach der Pandemie getroffene Homeoffice-Regelungen, die eine unabhängigere Wahl des Wohnorts erlauben, treiben die Entwicklung an.

Sie könnte aber auch schnell wieder vorbei sein. Zumindest regional hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) "explosive Muster in der Preisentwicklung" festgestellt, die auf eine Blase hindeuten – nämlich in sogenannten "A-Standorten", also in Metropolen wie Berlin, Hamburg und München. Fächendeckend sieht das DIW diese Entwicklung bisher nicht.

Sicherheit vor Verdrängung bleibt für viele ein Traum

Generell rückt für immer mehr Menschen der Traum vom sicheren Heim, aus dem sie im Alter nicht durch steigende Mieten verdrängt werden können, in weite Ferne. Eine Immobilie kostet in Großstädten mittlerweile so viel wie 24 Jahresmieten – ein Höchstwert seit Mitte der 1990er-Jahre; und das bei ebenfalls, wenn auch im Schnitt nicht ganz so stark steigenden Mieten.

Auch durch Einkommensverluste oder Unsicherheiten infolge der Corona-Krise wird es für Normalsterbliche immer schwieriger, Immobilien zu finanzieren beziehungsweise Kredite aufzunehmen.

Wer irgendwie kann, mag es zur Zeit noch versuchen. Anderen bleibt aber kaum etwas anderes übrig, als auf ein Platzen der Blase und damit auf sinkende Preise zu warten, falls sie nicht schon arm sind, aber befürchten müssen, es durch hohe Mieten im Alter zu werden.

Verkaufswilligen jedenfalls hat das Portal Immobilienscout 24 schon im März geraten, sich zu beeilen, falls sie ihre Immobilie noch zu hohen Preisen loswerden wollen. Das Ende dieses "Booms" wurde aber seinerzeit Deutschland-Monitor der Deutschen Bank Research erst für 2024 prognostiziert. (Claudia Wangerin)

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