Warum Hamburger über Jahre hinweg nicht verrotten

Das Phänomen der unverwüstlichen Hamburger wurde bei denen von McDonald's bekannt, aber was ist der Grund?

Am 10. April hatte die Fotografin Sally Davies einen Hamburger mitsamt Pommes Frittes bei McDonald's gekauft und das Happy Meal Project gestartet. Das Ergebnis hat Verwunderung ausgelöst und womöglich gezeigt, dass Kunst doch die Wahrnehmung auf blinde Flecken richten kann.

Immer wieder fotografierte Davies den Burger und die Fritten. Sie standen nicht im Kühlschrank, sondern über den Sommer hinweg im Zimmer. Was die Menschen massenhaft als Nahrung verschlingen, will aber einfach nicht verrotten, schimmeln, sich auflösen, sondern bleibt stur so, wie es beim Kauf war. Auch nach einem halben Jahr ist der Burger unversehrt – und man fragt sich, was man da in seinen Bauch schaufelt und wie es sich dort verhält.

Der Hamburger-Test führte zu Zweifeln, was denn den unverwüstlichen Fastfood-Lebensmitteln zugefügt worden sein könnte, um sie derart dauerhaft zu halten. Und natürlich wurde überlegt, ob derart Unverrottbares tatsächlich gesund sein kann – sofern man das von Fastfood überhaupt sagen kann.

Es gibt Hamburger, die sich nicht nur Monate, sondern Jahre, gar Jahrzehnte erhalten haben. So präsentierte Karen Hanrahan bereits 2008 ein Foto von einem Hamburger, den sie 1996, also vor 12 Jahren, gekauft hatte. Das Ergebnis könnte tatsächlich Anti-Aging-Ideologen stimulieren, die Körper ähnlich konservieren wollen, wies offenbar der Fastfood-Branche zu gelingen scheint.

Der 12 Jahre alte McDonald's Hamburger. Bild: Karen Hanrahan

J. Kenji Lopez-Alt, der den Blog Serious Eats betreibt und sich als Hamburger-Liebhaber outet, daneben auch Mayo oder Schweinefett schätzt, aber auch frischen Fisch und altes Fleisch, tritt nun gegen die Fastfoodkritiker an und fragt, warum Burger nicht verschimmeln. Schimmelsporen dürfte es wohl auf den Hamburgern nicht geben, meint er, da sie zu heiß hergestellt werden würden. Ansonsten gebe es wohl überall Schimmelsporen. In den Hamburgern seien zwar Konservierungsmittel enthalten, aber nicht mehr als in jedem Brot, das man im Supermarkt kaufen könne. Das aber würde verrotten, warum also die Burgers nicht?

Um das zu testen, führte Lopez-Alt einige Tests durch – mit Burgern von McDonald's und selbst gemachten, die beispielsweise kein Salz oder andere Konservierungsmittels enthielten und/oder zwischen anderen Toasts oder mit und ohne Behälter aufbewahrt wurden. Auch die selbstgemachten Hamburger seien nicht verschimmelt, berichtet der Fastfood-Liebhaber, der aber McDonald's nicht schätzt und einfach für gute Wissenschaft eintreten will.

Jeder Burger in der normalen Größe zerfällt nicht, es sei denn, er wird in einen Plastikbeutel verpackt. Das würde bedeuten, dass es die Größe und die Oberfläche des Burgers ist, die verhindert, dass er normalerweise zerfällt, weil er zu schnell austrocknet. Ohne Feuchtigkeit kann nichts wachsen, also auch nichts dekompostiert werden. Das ist natürlich im Magen oder in einem Plastikbeutel ganz anders. McDonald's hat also keine Schuld, aber Lopez-Alt fügt hinzu: "For all of you McDonald's haters out there: Don't worry. There are still plenty of reasons to dislike the company! But for now, I hope you'll have it my way and put aside your beef with their beef." Mal schauen, ob der Test falsifizierbar ist ….

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