Warum das Vaterland lieben?

Fussnoten

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FAZ vom 8.7.18

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Am Beispiel des Humboldt-Professors Herfried Münkler zeigt sich, dass sich der Patriotismus modern auch nur mit der "Funktion" begründen lässt, die man ihm zugedenkt. Der Professor irritiert zwar die Studis, die es aus der Schule anders kennen, ein wenig mit der Aussage, "dass es sich bei Völkern und Nationen um gedachte Kollektive, um diskursive Imaginationen handle", denen "die Geschichtswissenschaft eine gemeinsame nationale Vergangenheit konstruiere". Das ist aber erstens falsch - Nationen sind kein eingebildeter Diskurs - und zweitens mit Kritik nicht zu verwechseln. Es handelt sich vielmehr um das abgeklärte Konstrukt eines Politikwissenschaftlers, für den "identitätsstiftende Leistungen" einer Staatsgewalt nun einmal sein müssen und daher in Ordnung gehen. In dieser Hinsicht glaubt Münkler glatt, der EU fehle zu ihrer weiteren Vereinheitlichung noch das passende "Narrativ".

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