Wegen Terrorgefahr: Handy-Abschaltungen in Thailand

Mobiltelefone müssen in Thailand zukünftig bei der Regierung registriert werden

Um das Zünden ferngesteuerter Bomben für Anschläge der Rebellen im Süden des Landes zu verhindern, kann ab Mitte November in Teilen Thailands nur noch mit dem Handy telefonieren, wer die Nummer zuvor bei der Regierung anmeldet.

Dass ab 2007 für Computer mit Internetanschluss eine Fernsehgebühr fällig wird, weil man mit diesem, wenn es denn unbedingt sein muss, einen Live-Stream eines öffentlich-rechtlichen Senders sehen könne, führte bei einem Telepolis-Leser zum empörten Kommentar: "Und als nächstes brauche ich wohl ein Führungszeugnis und den Sprengmeister für mein Handy, denn ich könnte es ja auch zum Zünden einer Bombe verwenden!".

In Thailand würde man über diesen Spruch sicher nicht lachen, denn die an sich für diesen Zweck ziemlich aufwendigen Mobiltelefone zum Zünden von Bomben zu missbrauchen, scheint bei den Rebellen in den drei südlichen Provinzen Narathiwat, Pattani und Yala recht beliebt zu sein – trotz der Gefahr, dass eine Spam-SMS, eine Fehlverbindung oder ein Anruf eines Werbe-Callcenters zu einer vorzeitigen Explosion führt.

Seit dem Januar 2004 sind 970 Menschen in den anhaltenden Unruhen in dieser mehrheitlich moslemischen Region umgekommen. Der stellvertretende Ministerpräsident Thailands, Chidchai Vanasathidya, teilte laut "The Register" der Nachrichtenagentur AFP nun mit, dass ab 15. November nicht registrierte Mobiltelefone in diesen drei Provinzen nicht mehr funktionieren werden, auch nicht von roamenden ausländischen Mobiltelefonen. Auch wer nur durchreist, muss seine mobile Telefonnummer also bei den thailändischen Behörden anmelden, um im südlichen Teil des Lands noch eine Verbindung zu bekommen.

Die inländischen Telefonkunden wurden bereits verpflichtet, zuvor anonyme Prepaid-Karten bei der Regierung zu registrieren, auch wenn dies momentan nur acht von den 21,5 Millionen Handys im Land betrifft.

Ob diese Maßnahme allerdings wirklich gegen den Bombenterror hilft oder nur dazu führt, dass von den Rebellen zukünftig mehr Handys von Einheimischen und Touristen gestohlen oder gar geraubt werden, die bereits registriert sind und gerade bei Touristen oder im Fall von Raub mit tödlichem Ausgang nicht schnell genug als gestohlen gemeldet werden können, ist natürlich eine andere Frage. (Wolf-Dieter Roth)