Wie man eine Finanzkrise auf die Bevölkerung eines gebeutelten Landes abwälzt

5. Die Politik der Troika hat Griechenland erst in die jetzige Lage gebracht

Die Auflagen, die die Troika der griechischen Regierung unverschämterweise dafür machte, dass sie sie zwang, die Kosten für die Risiken auf sich zu nehmen, die europäische Banken im Vorfeld der Krise eingegangen sind, waren hart. Sie sahen nicht etwa vor, dass Griechenland schnell zum Wachstum zurückkehrt und die Kredite durch Unternehmenssteuern abbezahlt. Die Troika wollte Austerität: Eine absolute Senkung der Staatsausgaben, insbesondere durch Kürzungen im Sozialbereich, eine Reduktion des Lohnniveaus und Privatisierungen, die zwar kurzfristig die Staatskassen entlassen können, langfristig aber weitere Einnahmeverluste erzeugen.

Die Effekte waren eine Katastrophe, für die ein Vergleichsmaßstab noch gefunden werden muss. In 5 Jahren des Troika-Regimes kam es zu einem katastrophalen Schrumpfen des BIP um 25%, der Löhne um 38%, der Renten um 45%, der Haushaltseinkommen um 30%. 1.000.000 Menschen haben ihre Arbeit verloren, die Kindersterblichkeit ist um 42,8% gewachsen, die Selbstmordrate um 62,3%, und die Armutsrate hat sich um 98,2% nahezu verdoppelt.

Auf der Schlachtbank des Troika-Regimes ist dabei nicht einmal das eigentliche Ziel übrig geblieben: Die Schuldenquote zum BIP hat sich seit 2009 kontinuierlich verschlimmert: von 127% 2009 auf 177,1% 2014. Angesichts dieser radikalen Folgen der Austeritätspolitik zu urteilen, Griechenland hätte, im Gegensatz zu anderen Krisenländern, die Reformempfehlungen eben nicht umgesetzt - derzeit die beliebteste Ausrede von Merkel & Co. -, ist blanker Hohn. Es ist diese Bilanz von 5 Jahren der Troika-Radikalkur, gegen die sich das Syriza-Regime mit dem demokratischen Mandat der Bevölkerung zur Wehr setzt. Und es ist diese Radikalkur, die die Troika heute mit aller Macht auch für die absehbare Zukunft fortsetzen will und gegenüber der sie keinerlei Konzessionen und Kompromisse zulässt.