WikiLeaks stellt CIA wegen umfangreicher Hackprogramme an den Pranger

Deutschland als Stützpunkt für das "Center for Cyber Intelligence Europe"

WikiLeaks will vor allem auf die Probleme hinweisen, die mit bislang nicht kontrollierbaren Cyberwaffen-Programmen verbunden sind. Cyberwaffen seien, wenn sie einmal entwickelt wurden, schwer unter Kontrolle zu halten. Sie könnten von jedem entwendet oder kopiert werden, zumal die Menschen, die sie entwickeln, auch wissen, wie Kopien herstellen können, ohne Spuren zu hinterlassen. Das sei auch deswegen ein gefährliches Problem, weil es einen Schwarzmarkt gibt, auf dem Kriminelle, Militärs oder Geheimdienste viel Geld für Cyberwaffen zahlen. Es habe bei den Geheimdiensten und Auftragnehmern wie Booz Allan Hamilton durch Insider bereits einige Datendiebstähle gegeben (was auch der eigene Leak beweist). Im Februar wurde Harold Martin angeklagt, 50.000 Gigabytes von geheimen CIA- und NSA-Programmen gesammelt zu haben.

Interessant ist, dass die CIA das US-Konsulat in Frankfurt als Stützpunkt für ihre Hacker und Operationen in Europa, im Nahen Osten und in Afrika nutzt. Die Hacker, die im "Center for Cyber Intelligence Europe" arbeiten, erhalten Diplomatenstatus und falsche Pässe. Anweisungen für CIA-Hacker, die nach Deutschland kommen, sagen beispielsweise, sie sollten nur erklären, dass sie im Konsulat bei technischen Problemen helfen sollen. Einmal in Deutschland können die Hackeragenten frei durch die EU reisen.

Angegriffen werden von den CIA-Hackern auch Netzwerke, die nicht am Internet angebunden sind, weswegen die Hacker zu den Computern vordringen müssen, um sie etwa mit einem USB-Stick zu infizieren. Mit einem Programm wird ein Rechner infiziert und werden Daten abgesaugt, während Anwesenden Videos oder Fotos präsentiert werden, ein Computerspiel läuft oder ein Fake-Virus-Scanner läuft.

Normalerweise kommunizieren die CIA-Implantate über das Internet mit den Steuerprogrammen. Das geschieht in der Regel mit nicht geheim eingestuften Programmen. Würden diese als geheim eingestuft, könnten die CIA-Mitarbeiter belangt werden, weil sie Verbote umgehen würde, geheime Informationen ins Internet zu stellen. Weil diese Programme offen sind, so WikiLeaks, könnten andere Hacker diese "Waffen" auch gefahrlos klauen. Das kann etwa deswegen geschehen, weil Schadsoftware, mit der ein Gerät heimlich infiziert wurde, dort für immer bleibt und entdeckt werden kann. Zudem werden die abgesaugten Daten über das Internet verschickt. (Florian Rötzer)

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