Wohldressierter Jagdhund und liebevoller Welpe

"Rambo" als Friedensbotschafter im fernöstlichen Dschungel

Allen Gerüchten entgegen hat Sylvester Stallone auch mit „John Rambo“, Teil IV (2008) einen seriösen und keineswegs von Gewalt strotzenden Film im Stil der 80er hingelegt. Der kriegsmüde, scheinbar pazifizierte Rambo hält sich im thailändisch-burmesischen Dickicht zurück, natürlich nur, solange es noch geht. Und danach gibt es im Dienste der Humanität an den verfolgten Karen in einer politikfreien Zone der krassen Unmenschlichkeit kein Halten mehr.

Alle Bilder: Warner

Die Bodybuilding-Ikone Sylvester Stallone machte sich seinen Erfolg als Darsteller des New Yorker Italo-Boxer „Rocky“ Balboa (Oscar 1976) zunutze und sattelte im dreiteiligen Mythos von John Rambo in das revisionistische Vietnam-Film-Genre unter Ronald Reagan um. Das Muskelpaket Rambo war kein normaler Veteran, sondern ein fast unausgelasteter, aggressiver Gladiatorentyp, für den das verlorene Abenteuer Vietnam schnell zur austauschbaren Drohkulisse weiterer Einsätze wurde.

Zunächst erlitt er in „First Blood“ das Schockerlebnis, dass die verständnislosen Politiker, Bürokraten und Pazifisten ihm in der provinziellen Heimat keinen Platz zum Leben einräumten sondern ihn wie Freiwild jagten (Rambo I, 1982). In Folge 2, „Der Auftrag“ (Rambo II, 1985), holte er, militärisch fast rehabilitiert, vermisste US-Kriegsgefangene glücklich aus Vietnam heraus. Die von der Presse gescholtene Endlosserie der von ihm getöteten Gegner nahm ihren Lauf. Im dritten Teil (Rambo III, 1988) ritt Rambo an israelischen Drehorten folkloristisch mit Osama Bin Ladens Waffenbrüdern, den afghanischen Mudschaheddin, gegen russische Kampfhubschrauber an und torpedierte sie malerisch mit Pfeil und Spezialbogen.

Ausgerechnet James Cameron schrieb für den zweiten „Rambo“ am Drehbuch mit und betrieb dabei Vorstudien zu seinem „Terminator“ auf dem Weg an die Filmweltspitze. Mit Rambo setzte ein Boom ähnlicher Figuren ein. Es spielten u.a.: Dolph Lundgren, Jean-Claude van Damme, Steven Seagal, Arnold Schwarzenegger, Wesley Snipes heimat- und identitätslose Söldner in Raum und Zeit (von „Universal Soldier“ über „Demolition Man“ bis „Blade“).

Rambo wurde zur vielzitierten, umstrittenen, ebenso verhassten wie heiß geliebten Ikone des Kino-Massenpublikums, ein Pflock im weichen Fleisch des politisch-liberalen Establishments, aber auch ein Stachel in der republikanischen „Hingabe“ an die Autorität des Staates und die Disziplin im Militär. Ein hyperpräsenter Athlet, verwirrt, sozial desintegriert, ein Typ der instinktiven Tat, der Worten kein Vertrauen schenkt, einer, der eher an seine eigene Paranoia als an ein System oder eine Ideologie glaubt. Allenfalls gehorchte er seinem alten Ausbilder und Übervater Colonel Trautman, auf dessen Ansprache er ansprang wie ein wohldressierter Jagdhund und liebevoller Welpe.

Obwohl Rambo auf seine Weise auch ein drohendes Mahnmal der im Stich gelassenen Veteranen war, stellte er die Feindfigur der Friedens- und Antikriegsbewegung schlechthin dar, ein Schreckbild auch für die Hochkultur, die hinter dem überall in der Welt auftauchenden halbnackten, grimmig-starken Halb-Affen einen von Geburt weiß Gott nicht-adligen Anti-Tarzan sah: ein Wesen mit verschwitzter Mähne und Stirnband, ein Produkt vulgärer und brutaler Verwilderung und Verwahrlosung, ein Vertreter einer Rache- und Vergeltungskultur für soziale und ethnische Aussteiger, Borderliner, Dauerproleten und außer Kontrolle geratene Kampfsportler.

Rambo verachtete und wurde verachtet, Rambo wurde diskriminiert und er diskriminierte. Rambo war sogleich ein Mythos aus halb- und unzivilisierten Vorzeiten. Ein steinzeitlich vor sich hinschweigendes Implantat im rationalistischen Kriegsfilm, eine Figur des mit offenen Augen schlafenden Schreckens, stammend von den barbarischen Rändern des Imperiums, das sein Territorium nur scheinbar weltumspannend mit Kultur und Zivilisation durchtränkte. Die primitive, rabiate Dschungel-Kampfmaschine „Rambo“ mit allen ihren alten und neuen Wehrtechniken war eine Waschanlage und Kriegsschmiede für das wütende Unterbewusstsein nicht nur der Zukurzgekommenen unter den US-Bürgern, sondern der Vernachlässigten und Im-Stich-Gelassenen aller Regionen, Nationen und Länder, in verslumten Megacities („Judge Dredd“), in allen Rand-, Elends- und Bürgerkriegsgebieten, jenseits aller kulturellen und politischen Grenzen.

In „Rambo“ nahmen die Frustrationen, Enttäuschungen, Desillusionierungen und die verletzten Ehrgefühle nicht nur der Vietnam-Veteranen ihre düsterste, nicht politische, nicht psychologische, sondern handfeste volkstümlich-martialische Form einer jederzeit aufkommenden „tierischen“ Street-Aggressivität an. Rambo war der plastische Mythos vom Unmut, Blutdurst und der schnell verschafften Selbstgerechtigkeit, vom chaotischen Dauerkrieg zwischen Heimsuchung und Vergeltung im asphaltigen Atem auf den verfallenen Straßen dieser verruchten Welt. Es war so, als ob der freischwebende Racheengel Travis Bickle („Taxi-Driver“), der in seinem Gewaltausbruch am Ende zufällig staatstragend gefeiert wird, endlich seinen eigenen Tötungszoo bekommen hätte, seinen Zirkus für lauter siegreiche Zweikämpfe. Das komplexe, aber auch fragile System von Herrschaft und struktureller Gewalt in Gesellschaft, Politik und Krieg schien plötzlich zerlegbar zu sein in das mythische Ego-Erlebnis eines einzigen hochtrainierten Kampfkörpers im Dschungel der eigenen und der kollektiv verwirrten Seele, der Feind und Freund völlig neu sortieren konnte. Und deren Programm kannte zwei Zustände: 00000 und 1, unheimlich langes Warten und unerwartetes, gnadenloses Zuschlagen.

Kriegsoperationen wurden zu spontanen, impulsiven Handlungen zerlegt, in cineastische Anfälle und Ausfälle, zu Amokstreichen und Special-Effects-Attentaten, die mühselig geplante Unternehmungen einfach wegballerten. Rambo war ein Symbol für die wachsende Entformalisierung und Entmoralisierung der Darstellung des Krieges als offizielle Staatsaktion in den Medien, sowohl in den realen News wie im Spielfilm. Ein Vorgang, der sowohl kritisch wie auch reaktionär bedient werden kann. Gerade die unfeine Anlage und Abstammung einer Action- und Unterhaltungsfigur, die aus dem Umfeld der B-Movies an die A-Klasse emporkletterte, gab Rambo, genau wie dem Terminator, in der Umprogrammierung vom anfänglichen potentiellen Amokläufer zum brachialen Sondereinsatz-Helden dem Publikum das Gefühl, die Unterscheidung von offiziellem Krieg und allgegenwärtig vorgefühltem Terror genussvoll im brachialen Gegenschlag nivellieren zu können.

Aus der Gegenfigur wurde in der Folge eine Leitfigur des Kalten Krieges aus immer dominanterer US-Sicht, die schließlich Osama Bin Ladens Waffenbrüder solange half, bis man sie in der Realpolitik wieder kalt abservierte. Damit war der Weg gebahnt für die unterhaltsame Darstellung und den Konsum von harten und „unsauberen“ Kampfmethoden sowie terroristischen Kriegsführungsstrategien, ohne politisches oder moralisches Blah-Blah – egal von welcher kulturellen oder ethnischen Seite.

Insofern ist der aktuell nachgereichte vierte Teil „John Rambo“ mehr als nur ein Marketing-Trick. Zweifellos geht es auch um nostalgische Gefühle mit Kassenwert. Ein unverwüstlicher Held, der rund 20 Jahre überstanden hat und der in Sachen Gewalt, Krieg und Politik immer noch eine Rechnung offen hat, - das ist 80er Jahre-Feeling, das den Filmkonzernen dabei hilft, eine Brücke zurückzubauen zu den Hits von vorgestern: „Die Hard“ und „Rocky“ und „Rambo“. Auf diese Weise lernen die jüngeren Generationen alte Helden rechtzeitig vor dem Altwerden leinwandgroß kennen und damit auch die Vorgänger-Filme im Paket schätzen. Der Verleiher Warner hat denn auch sein Logo am Beginn des Films mit dem Casablanca-Titel „As time goes by“ unterlegt. Als ob das Sequel jetzt schon ein Klassiker wäre.

Doch das Überraschende an diesem vierten „Rambo“ ist die aktuelle straffe Verbindung von Engagement, Dokumentation und Fiktion. Stallone hat sich kundig gemacht, seinem erneuten Kriegsabenteuer authentisches, aber bisher beim breiten Publikum unbekanntes Unterfutter zu geben. Ein Fall, wie er unzählige Male passieren dürfte, der den einsamen kriegsmüden Wolf John Rambo besonders sparsam und konzentriert erscheinen lässt, wenn er sich im Dschungel an der Grenze zwischen Thailand und Birma versteckt hält und dort dennoch von amerikanischen Missionaren und Ärzten in eine heikle humanitäre Aktion im Dienste der Karen und einen Entführungsfall vor dem Panorama eines mörderischen Krieges der birmanischen Arme gegen den Volksstamm der Karen verwickelt wird, ein Geschehen, das im Niemandsland einer anderswo „interessierten“ globalen Politik der Gegenwart stattfindet. Eine Vorhölle, aus der pausenlos schreckliche, genozidale TV-Bilder des Filmvorspanns wie zuerst in Vietnam quillen: brutale Schikanen, Quälerei, Massaker, Abschlachtungen, Köpfungen, Erschießungen durch Banden, Soldaten und Milizen.

Der Spielfilmanfang verdichtet die politisch-mediale Grundaussage über den marodierenden Terror zum tödlichen Spiel auf den Reisfeldern: Soldaten des burmesischen Militärs treiben Zivilisten, Männer und Frauen vor sich her, feuern den Wettlauf mit Schüssen an und wetten darauf, wer auf die hinplatzierten Minen trifft und wer heil durchkommt, bevor der Chef am anderen Ende des Feldes mit der Lafette die Liquidierung der Überlebenden übernimmt.

Sylvester Stallone brilliert als Darsteller und Regisseur in der bekannten Renitenz. Der früher verstoßene, jetzt freiwillig ausgestiegene Krieger, der in seiner depressiven Verzweiflung und Skepsis authentischer daher kommt als alle geschwätzigen Unterhaltungskrieger, Gelegenheitskämpfer und High-Tech-Erfolgsmenschen. Die Konzentration auf Geist und Körper, die ihn zu einer ebenso unverwüstlichen, zuverlässigen wie unberechenbaren Einheit machen, verfehlen auch heute ihren Eindruck nicht. Der Einsiedler und Asket Rambo fängt Kobras und andere wilde Schlangen, um sie an thailändische Schausteller zu verkaufen. Er sitzt friedlich auf seiner schwach motorisierten Barke auf dem noch nicht gestauten Salween, jagt Fische mit Pfeil und Bogen, um an einem letzten natürlichen Fluss fernab der Zivilisation zu leben.

Ob nun beim ersten Mal christliche US-Ärzte und Entwicklungshelfer einer Kirchengemeinde aus Colorado sein Boot mieten oder später Söldner ihnen zur Rettung nachschippern wollen, - Rambo weiß auf jeden Fall nur karge Sprüche loszuwerden wie: „Scheiß auf die Welt“, oder: „Lebe für nichts, stirb für etwas.“ Und der aggressive Leithammel unter den Söldnern textet so schön das lebende Denkmal an, das den Fluss entlangstarrt: „Hey, hast du was gesagt?“

Gelegentlich erscheint er wie ein aufgequollener Leguan, doch ist Rambo noch immer ganz Schmied seines Schicksals. Und so hämmert er im Feuereifer die spätere Supermachete seines kommenden Heldeneinsatzes ebenso aus dem glühenden Eisen, wie das neue Rotorblatt der kleinen Schiffsschraube, die durch den knatternden Motor angetrieben seine camouflierte Friedensbarke bewegt, als ob Charons Todes-Nachen auf dem Weg in die Unterwelt schleicht.

Rambo, das ist immer noch bodystarkes Schweigen, das jedes Humanitäts- und Friedensgequatsche in wunderbarer strotzender Poesie und Nostalgie überbietet, aber auch das spätere neurotische Kriegsfilmgequake der nachgeordneten Freizeit-Söldner übertönt. Immer wieder geht es an den burmesischen Piraten und Truppen vorbei, die Land und Fluss blutig vermachten. Nur unmerklich erfolgt die eine oder andere Kurskorrektur, um Katastrophen abzuwenden, die den Horizont der Passagiere und Touristen übersteigen: sei es die ahnungslosen, auf Frieden und Gesundheitshilfe bedachten US-Gutmenschen bzw. die übermütigen, medial verkorksten Kraftmeier-Jung- und Midlife-Crisis-„Legionäre“. Rambo wartet bis zuletzt, lässt seine Bootsinsassen selbst entscheiden, bis es fast zu spät ist, und schlägt dann heilsam und rettend zu, um seine Schützlinge aus der Falle der Piraten und Wegelagerer zu befreien, allerdings mit derartig gewaltsamen Argumenten, dass er zumeist auf Ablehnung und Entsetzen stößt.

In ruhigem, souveränem Erzähltempo gibt der Regisseur Stallone dem Protagonisten Rambo und seinen Partnern und Gegnern einen zunächst weitmaschigen Spielraum, bevor die Verstrickung in Gewalt und Rettung immer engere Schleifen vorschreibt. Während die Ärzte auf dem Landwege ihr Zielgebiet erreichen und die Dorfbevölkerung der Karen medizinisch versorgen, greifen die burmesischen Militärstreitkräfte an: Der Angriff enthält einen wohldosierten, ziemlich expliziten My-Lai-Cocktail mit allem, was zu einem Massaker traurigerweise dazu gehört: Tötung, Erschießung, Vergewaltigung, das Umbringen von Frauen und Kindern. Die Verwandlung eines quicklebendigen Dorfes in eine Leichenstätte und einen gespenstischen Ort der Hölle und der Verwesung. Die filmische Inszenierung wird unterstützt von deutlich computergrafisch zerfetzten Körpern. Und doch kann im Zeitalter von „Saw“ und „Hostel“ oder Mel Gibsons blutrünstiger „Passion“ keineswegs davon gesprochen werden, dass Stallone hier massive „Gewaltpornographie“ betrieben hätte. Die graphische Explizitheit der Entleibungen per Computertrick und die gelegentliche Beschleunigung der Aktion per Filmbildraffer hält sich deutlich unter dem Niveau der circensischen Aktion eines „Gladiator“ und ist auf heutigem Stand des Horrors und Splatters harmlos, auch im Vergleich zu den eingeschnittenen dokumentarischen Szenen des Grauens zu Beginn. Was betroffen macht und machen sollte, ist die Rigorosität der dargestellten realen Verbrechen.

Natürlich könnte man Stallone vorwerfen, er beute eine Region des bisher zu wenig thematisierten Genozids aus, als kruden, martialischen Unterhaltungsstoff, er instrumentalisiere das Leid der karenischen Bevölkerung. Aber dagegen spricht seine Ankündigung eines weiteren Engagements vor Ort, das Verbot des Films in Burma, und auch die relativ zurückhaltende Rolle, die sparsame Art des Skriptes und das Verhalten des Helden, aus dem Hintergrund und Hinterhalt zuzuschlagen, als sei er der Dschungel selber. Der Frieden braucht auch das clevere Eingreifen und nicht nur das gutgemeinte Beteuern. Der minimalistisch angelegte Kampfstil eines abgeklärten Rambos lässt ihn erst gegen Ende als schließlich wiedergeborenen Held auftreten. Für die Ernsthaftigkeit des Themas spricht aber auch Stallones weltweites Interesse an zeitgemäßer Vermarktung als glaubwürdigem Anwalt der Entrechteten und Unterdrückten, die noch eine DVD-Abspielmöglichkeit besitzen. Rambo als politische Aufklärung und Stärkung der Menschenrechte?

Helden haben auch über Jahrzehnte hinweg ein Format einzuhalten und sichtbar aus dem Handlungsraum des Filmes zu verschwinden. Dies ist vielleicht das Problem von Bruce Willis` barockem Trümmer-Versatzstück-Katastrophe-Simulations-Umsonst-Panik-Theater in „Stirb Langsam 4.0“: Too Much! Gerade in der Inszenierung scheinen sich Regisseur Stallone, die Darsteller und sein umfangreiches multinationales Team der Aufgabe verschrieben zu haben, im Gewande eines Unterhaltungsfilms auf ein Problem aufmerksam zu machen, das sich sowieso weder mit den Mitteln eines Spielfilms noch mit unverbindlicher politischer Diplomatie und Enthaltsamkeit lösen lässt. Also bitte: Treten Sie ein für ein demokratisches Burma und vor allem für die Karen, finanziell und politisch, Warner Bros. und Mr. Stallone! Wenn Sie schon daran verdienen.

Dass Stallone nun völlig altruistisch in der Thematisierung des Konflikts zwischen Burmesen und den Karen sei, ist allerdings gleichfalls anzuzweifeln. Bevor der kriegerische Teil, der Transport der Söldner und die Rangelei um die Führungsposition im Kampf mit dem Bösen beginnt, erfolgt eine der berühmten Rückblenden. Rambo träumt seine früheren Ängste, Abenteuer und Erlebnisse nach: In schwarzweißen Bildern in grellem Blitzlicht prasselt auf die Zuschauer ein Reklametrailer mit Schlüsselszenen aus der alten Trilogie ein. So werden treue Krieger unter den Zuschauern geschmiedet.

Der neue Rambo bietet sich militärisch an, ohne sich dabei völlig zu verausgaben. Auch als diplomatischer Botschafter und Händler hat er sich diversifiziert. Er soll lieber auf das Arme-Leute-Boot, die Rückversicherung des Nachhauseweges aufpassen als mitkämpfen. Es dauert schon einige abenteuerliche Stationen, bis sich Rambo zu erkennen gibt als der legendäre Künstler mit Pfeil und Bogen, der die ganze Gruppe, bisher ein ungeordneter Haufen von Besserwissern, Angebern und Angsthasen zusammenschmiedet, und mit ihnen an das Werk der Befreiung geht. Die folgende nächtliche Umzingelung des Militär- und Gefangenen-Lagers mit seinem Auswüchsen zwischen Rausch und Folter, Sex and Crime, all das hat man schon zigmal im Kino der späten 70er und 80er Jahre gesehen. Aber jetzt geht es um die neue und alte Lektion, um die Feuertaufe der religiös motivierten Gutmenschen aus dem Westen in der Praxis der listigen oder auch gewaltsamen Verteidigung, in der man auch schon mal einen Gegner in aller Unschuld mit dem sprichwörtlichen biblischen Stein erschlagen muss.

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