Zivilklage gegen Saudi-Arabien: Neue Vorwürfe wegen Unterstützung der 9/11-Anschläge

Weiterhin viele Regierungsdokumente über saudische Terrorismusfinanzierung unter Verschluss

Nach Carter basieren die jetzt vorgelegten Vorwürfe gegen die saudische Botschaft, die den "Dry Run" finanziert hat, und anderen Aktivitäten Saudi-Arabiens auf 5000 Seiten von Dokumenten. Man habe jeden Bericht des FBI, den man erhalten konnte, ausgewertet. Aber es gebe noch hunderttausende Seiten an Regierungsdokumenten über mögliche saudische Terrorismusfinanzierung, die weiterhin unter Verschluss gehalten werden.

Und dann ist da auch noch Zacarias Moussaoui, der auch in einem al-Qaida-Camp war und 2001 in den USA Flugstunden nahm, sich aber so auffällig verhielt, dass er festgenommen und nach den 9/11-Anschlägen angeklagt wurde. Er gilt als der Entführer Nr. 20 und erhielt 2005 eine lebenslange Haftstrafe in dem Hochsicherheitsgefängnis von Florence, Colorado, wegen der Mithilfe zur Vorbereitung der Anschläge. Seit 2004 behauptet er, Mitarbeiter der saudischen Botschaft seien an der Planung der Anschläge beteiligt gewesen. Er selbst habe das Geld für die Flugstunden von einem saudischen Prinzen erhalten.

Bislang wurde Moussaoui als psychisch gestört abgetan, nach Veröffentlichung der "28 Seiten" erscheinen seine Behauptungen unter einem anderen Licht. Er hatte immer wieder angeboten, den "wirklichen Mastermind" zu benennen und das "doppelte Spiel" des saudischen Adels mit Osma Bin Laden aufzudecken. Im Januar schrieb er in einem Brief, dass er alles über den 9/11-Fall berichten will, selbst wenn er deswegen die Todesstrafe erhalten sollte. Unterschrieben hat er den Brief mit "Sklave Allahs". (Florian Rötzer)