Zukunft der Arbeit - nicht so rosig

Bild: MarkJaysonAranda/CC-BY-SA-3.0

Ein Bericht des Weltwirtschaftsforums geht davon aus, dass durch die 4. Industrielle Revolution mehr Arbeitsplätze verloren gehen als hinzukommen

Prognosen über die Auswirkungen der Computerisierung der Arbeit durch Big Data, KI, Roboter, 3-Druck und Industrie 4.0 gibt es viele. Schon in den 1960er Jahren hoffte oder fürchtete man, dass die menschliche Arbeit weitgehend überflüssig werden könnte, und stellte Überlegungen an, wie die arbeitslosen Menschen träge in der Konsumgesellschaft existieren sollten. Bewahrheitet hat sich diese Utopie oder Dystopie nicht. Der Anteil der arbeitenden Bevölkerung hat sich hingegen vermehrt, während die Mittelschicht geschwunden ist und die Gesellschaften sich in Arm und Reich, in Billiglöhner und Hochverdiener geteilt hat.

Dass die Schere zwischen Armen und Reichen in der digitalen Gesellschaft immer schneller auseinandergeht, hat gerade wieder einmal der Oxfam-Bericht über die "Wirtschaft für das 1 %" bestätigt. Der war an das Weltwirtschaftsforum in Davos und an die dort anwesenden Eliten gerichtet, doch bitte die Steueroasen zu schließen (Oxfam: Die Ungleichheit nimmt weltweit explosiv zu)

Man hätte es freilich auch deutlicher ausdrücken kommen. Es gibt nicht nur ein Flüchtlingsproblem mit den Menschen, die aufgrund von Armut, Verfolgung, Krieg oder der Hoffnung auf ein besseres Leben in die reichen Länder einwandern, die sie erreichen können, sondern auch ein Flüchtlingsproblem mit den Reichen, die zwar meist in ihren Ländern bleiben, aber dennoch Steuerflüchtlinge sind - und damit ihren Gesellschaften, die in der Regel zudem auf angemessene Besteuerung von Vermögen, Erbschaften und Kapitaleinkommen verzichten, finanziell vielleicht mehr schaden könnten, als die Integration von Flüchtlingen kosten würde. Überdies leben die Reichen auch gerne in Parallelgesellschaften.

Wenn nun KI-getriebene Maschinen und Roboter zunehmend bislang von Menschen ausgeführte Arbeit übernehmen sollten, wird dann die Ungleichheit weiter mit Arbeitslosen und Billiglöhnern zunehmen? Oder würden ausreichend neue Jobs mit guten Einkommen als Folge entstehen? Oder würden Gesellschaften sich umorientieren, wenn die Arbeit an die Maschinen übergeht, um nach Mindestlöhnen auch an alle ein bedingungsloses Grundeinkommen aus der Wertschöpfung der Maschinen zu zahlen, das zumindest das Existenzminimum abdeckt? Würde die Ausbeutung der menschlichen Arbeit von der Ausbeutung der intelligenten Maschinen abgelöst werden? Könnte die gehypte Sharing Economy ein neues Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell darstellen, auch wenn sie erst einmal vor allem erreicht, dass viele Bereiche, die bislang noch nicht wirtschaftlich erschlossen waren, nun auch monetarisiert und ökonomisiert werden?

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