2052

Soziale Verteilungskämpfe und extreme Wetterbedingungen: Der Club of Rome stellt seinen neuen Zukunftsbericht vor

Im Jahr 2052 wird der Gipfel des Mount Everest überschwemmt, im Roman „Die letzte Flut“ von Stephen Baxter - reine Fiktion. Der Club of Rome, welcher sich für seinen neuen Bericht ebenfalls das Jahr 2052 als Datum für Vorhersagen ausgesucht hat, ist in seinen Prognosen weniger spektakulär. Aber man will dennoch der eigenen Tradition eingedenk aufrütteln und dies mit der schon vor vierzig Jahren praktizierten Warnung vor der großen Zielvorgabe des weltweiten Wirtschaftens, dem Wachstum.

Der neue Bericht 2052: A Global Forecast for the Next Forty Years platziert sich genau in der Mitte zwischen dem Erscheinungsdatum des berühmt gewordenen Berichts Die Grenzen des Wachstums von 1972 und einer vorgestellten Zukunft in 40 Jahren. Was beim ersten Bericht für Furore sorgte, die Prognose eines unglaublichen Bevölkerungswachstums, das die Ressourcen der Erde schneller, als man dies in jenen wirtschaftseuphorischen Zeiten wahrnehmen wollte, ausbeuten werde, wird auch im neuen Bericht angemahnt.

7 bis 9,5 Milliarden Menschen sollen nach den neuen Berechnungen des Club of Rome ab 2045 auf unserem Planeten leben. Der Wert der sich bis dahin einpendelt, wird nicht weiter wachsen, sondern eher sinken. Drei Milliarden werden in Armut leben. Zwar hält der aktuelle Bericht unter Autorschaft des Norwegers Jørgen Randers, der schon beim berühmten früheren Bericht als Autor gelistet war, der derzeitigen Entwicklung zugute, dass man "immense Fortschritte" gemacht habe, dennoch seien die Aussichten „düster“. Entscheidungsprozesse in der Politik und in der Wirtschaft seien zu kurzfristig angelegt bzw. basierten auf überholten Modellen, zum anderen würde noch immer auf überzogenen Konsum gesetzt.

Die Anpassung an die Grenzen des Planeten, das nötige Umdenken, geschehe zu langsam. Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre werde weiter zunehmen. Für 2052 prognostiziert der Club of Rome-Bericht eine Zunahme der Durchschnittstemperatur um 2 Grad Celsius. Während man für China eine "Erfolgsgeschichte" voraussieht und für Brasilien, Russland, Indien und Südafrika, sowie andere "emerging economies" Fortschritte, wird die bisherige globale Elite, insbesondere die USA, verlieren:

"Der Produktivitätszuwachs wird geringer ausfallen als in der Vergangenheit, weil viele Volkswirtschaften ihr Entwicklungspotenzial ausgeschöpft haben und weil soziale Verteilungskämpfe und extreme Wetterbedingungen zunehmen werden."