25.000-Euro-Haus: Zwischenergebnisse des ersten deutschen Open-Source-Architekturwettbewerbs

Das RACHEL-Architekturkonzept ist ein Open-Hardware-Projekt zur Entwicklung kostengünstiger (unter 25.000 Euro), modularer und nachhaltiger Wohnkörper

Ein ungewöhnlicher Architekturwettbewerb - ein ungewöhnlicher Gewinner: Huldreich Hug aus der Schweiz konnte sich gegen 10 Mitbewerber aus dem deutschsprachigen Raum durchsetzen. "Die Arbeit überzeugt vor allem durch ihre Detailfülle und durch ein realistisches Gesamtkonzept. Auch die Kosten von 25.000 Euro für eine Einheit dürften erreichbar sein", so Juryvorsitzende Ragnhild Klußmann. Das Besondere: Huldreich Hug ist Tüftler, Künstler, Erlebnispädagoge - aber kein Architekt.

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Aus dem Komzeptentwurf von Huldreich Hug

So beschreitet Hug denn auch ungewöhnliche Wege: etwa zur Stromspeicherung. Für die autarken Gebäude schlägt er Batterien von Pedelecs vor. Als Herd kommt ein Holzvergaserkocher zum Einsatz, das Warmwasser wird durch einen Pellet-Chargen-Boiler erhitzt.

Ein weiterer herausragender Wettbewerbsbeitrag kommt aus Tübingen: Guillermo Daviu hat mit seinem Beitrag den Zeitpunkt-Siedlungspreis gewonnen. Bestechend: Um die Baukörper plant Guillermo umlaufende Balkone, die bei verdichtetem Siedlungsbau innere Korridore ergeben, die die einzelnen Baukörper verbinden.

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Entwurf von Guillermo Daviu

Die mit 6000 Euro dotierte zweite Stufe des Wettbewerbes startet Anfang 2014 und endet erst im September nächsten Jahres. Anders als bei klassischen Architekturwettbewerben können Interessierte jederzeit noch einsteigen. Und die Ergebnisse der ersten Stufe als Grundlage zu eigenen Entwürfen machen - das Open-Source-Prinzip macht es möglich.

Perspektivisch soll der vom Kölner Verein Jack in the Box ausgeschriebene Wettbewerb alle zwei Jahre stattfinden. Und so eine Low-Tech und Low-Cost-Alternative zum bereits etablierten Solar Decathlon bieten.

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