7 Sekunden können zu viel sein

Neben der Spur

Ach Gott, ja, bei diesem Telekom-Wettbewerb machen wir natürlich gerne mit.

Thomas D. ist einer von den Fantastischen Vier, und er will, dass Millionen ihre Version von einem Teil des Gassenhauers "7 Seconds away" mitsingen. Die ganze Aktion haben sich die Werbekreativen der Telekom zusammen mit der Plattenfirma von Herrn D. ausgedacht. Million Voices soll Kunden oder solche, die es werden wollen, oder einfach alle dazu bringen, ihre Version vom Schmalzer einzusingen, den Neneh Cherry uns seit Jahren um die Ohren haut. Und den laden wir dann über das Internet hoch. Als Ton oder als Ton mit Bild. Und dann macht Thomas D. eine urige Neuversion des alten Heulers.

Wir sind froh, dass wir alle nicht die Kennung der Telekom nachsingen sollen. Wir erinnern uns: Dinge Ding Diiing Ding. "Das Netz, das alles möglich macht", muss ja nicht immer alles gut machen. Obwohl das vielleicht witzig wäre und ein wenig leichter, als die Intel-Kennung nach zu singen. Da bräuchte es dann schon ein wenig Übung.

So aber werden eben mindestens eine Million Sänger oder so ihre Stimme abgeben. Das freut den Thomas D., der dann alles in den "Song packt". Und das freut sicher auch den Toningenieur, der sich vermutlich mehrere Millionen an Sekunden anhören darf. Wenn er dann nicht aus dem Fenster springt oder sich doch dazu entscheidet, aus "7 Seconds" ein John Cage artiges Machwerk a la "7 Winter lang wollen wir vor dem Computer lallen" zu machen, dann knackt da bald der neue Song aus den Mitteltönern. Zu dem wird Thomas D. dann rappen. Da freue ich mich schon darauf, Du.

Damit der liebe Mitmacher oder die liebe Mitmacherin aber nicht überfordert ist, hat die Website auch noch einen kleinen Tipp zu bieten, bevor es an die wirkliche Aufnahme geht:

Hör dir vor der Aufnahme noch einmal den Song von Thomas D an. Im Anschluss dann deinen Part - auch mehrmals, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Der angezeigte Part liegt dir nicht? Wähle einfach einen anderen. Jetzt kannst du deinen eigenen Gesang aufnehmen. Sobald du mit deiner Aufnahme zufrieden bist, lädst du sie hoch. Und los gehts!

Das ist natürlich alles sehr lustig und wird den Song in die Charts heben. Da wollte man sich immer schon mal mitgröhlen hören. Oder man belässt es dabei, das Liedchen für sich zu singen, also "Nur in Deinem Kopf". Sonst klingt das alles vielleicht nach einer "Symphonie der Zerstörung". Vermutlich aber war die ganze Aktion die einfachste Lösung auf die Frage des Toningenieurs:

Wir brauchen Massenchöre. Ruf mal den Fischer an. Ach, der macht das nicht mehr? Sag mal, wo kriegen wir jetzt eine Südkurve her, die die Strophen mitgröhlt? Und wer zahlt das?

Schön, dass es auf dem Internet Content for free gibt. Und dass die Telekom immer so lustige Werbung hat.

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