AKW-Bau in Finnland: E.on steigt aus

Atomgeschäft wird dem deutschen Konzern offenbar zu heikel

E.on verabschiedet sich von seinen finnischen Atomplänen. Das Konsortium Fennovoima ließ die Öffentlichkeit am Mittwoch in dürren Sätzen wissen, dass der deutsche Konzern seinen Anteil von 34 Prozent an dem Vorhaben in den nächsten Monaten veräußern will. Fennovoima will an der nordfinnischen Küste ein AKW bauen, welches entweder vom französischen Unternehmen Areva oder von dessen japanischer Konkurrenz Toshiba geliefert werden soll. Im ersteren Fall wäre es ein EPR (European Pressurized Reactor), mit dem man etwas weiter südlich in Finland schon seit 2005 jede Menge schlechte Erfahrungen sammelt. Bauzeit: derzeit sieben Jahre, Kosten: 200 Prozent des ursprünglich Veranschlagten.

Derweil scheint es auch um Fennovoima nicht besonders gut zu stehen. Im Sommer waren bereits zwei finnische Unternehmen ausgestiegen. Greenpeace hatte seinerzeit vorgerechnet, dass das Vorhaben vermutlich erheblich teurer als zunächst geplant werden wird. Bisher hat man sich noch nicht einmal entschieden, welchen Reaktor man kaufen will.

E.on und RWE hatten bereits im März AKW-Baupläne in Großbritannien aufgegeben. Das Handelsblatt berichtet nun, dass RWE keinerlei AKW-Neubauvorhaben mehr verfolge.

Update:

Bei RWE verabschiedet man sich grundsätzlich aus dem AKW-Bau. RWE-Chef Peter Terium gab Mitte der Woche bekannt, dass sich der Konzerne nun mehr um die erneuerbaren Energieträger kümmern wolle. Besonders auf Solarenergie hat man offensichtlich ein Auge geworfen.

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