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DGB-Arbeitsmarktstudie sieht Abiturienten von der Wirtschaftskrise in besonderen Maßen betroffen

Laut einer Sonderauswertung des Arbeitsmarktexperten Wilhelm Adamy haben junge Menschen mit Fachhochschul- oder Hochschulreife unter der abflauenden deutschen Wirtschaft besonders stark zu leiden. Bei diesen hätte sich die Arbeitslosigkeit in einem Jahr um rund ein Viertel erhöht, während diese bei Hauptschul- und Realschulabgängern sowie Menschen ohne Abschluss nur zu 10,8 Prozent, 5,4 Prozent und 5,5 Prozent zugenommen habe.

Insgesamt besitzen momentan in den alten Bundesländern 15,8 Prozent und in den neuen 13,8 Prozent der nicht in den Arbeitsmarkt Integrierten ein Reifezeugnis. Somit ist auf den ersten Blick überraschend die Erwerbslosigkeit gerade bei den Hochqualifizierten überproportional gestiegen. Jeder sechste Arbeitsplatzsuchende ist inzwischen ein Ex-Abiturient. Gleichzeitig ist die Bezugsquote von Hartz IV bei diesen Menschen um 14 Prozent emporgeschnellt, während sich der Anstieg bei Hauptschülern und Menschen ohne Abschluss im Bereich von 1,5 Prozent bewegt.

Das Armutsrisiko hat sich somit bei den Oberschülern drastisch erhöht. Vor allem höher qualifiziert Arbeitsmarktfrischlinge haben unter Bedingungen der Wirtschaftskrise Probleme, einen Job zu finden. Da besonders die Exportbranche vom Abschwung betroffen ist, ist es z. B. für angehende Ingeneure besonders hart, die in diese Geschäftsfelder streben. "Die Krise schlägt sich vor allem in den exportorientierten Sektoren nieder", so wird der Leiter der Leitung Arbeitsmarktpolitik beim DGB von der Frankfurter Rundschau zitiert. Gleichwohl sind Minderqualifizierte insgesamt fünfmal mehr von Arbeitslosigkeit betroffen, als Menschen mit Abitur. Bildung bleibt also immer noch ein Arbeitsmarktvorteil, auch wenn sich die Proportionen im Zuge der Wirtschaftskrise verschieben.

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