Abmahn-Super-GAU

Irrtümliche Abmahnungen gegen selbst produzierte Phantom-Werbung

Der sächsischen IT-Firma KOMSA ist ein denkbar peinlicher Fehler unterlaufen: Mitarbeiter sahen im Internet zahlreiche Websites, auf denen das Logo der Firma verwendet wurde. Sie brachten sofort einen Anwalt in Stellung, der an drei Website-Betreiber Abmahnungen verschickte.

Was die Leute der Firma nicht wussten: Die scheinbare „Logo-Verwendung“ war das Produkt eines Filters des Firmenrechners, der unerwünschte Internet-Anzeigen gegen das eigene Firmen-Logo austauschte. Von den Firmenrechnern aus wirkte jede Website mit Reklame wie eine, die sich den Gebrauch des Firmenlogos anmaßte.

Die Abgemahnten verstanden zunächst nur Bahnhof. Da der Kanzlei beim Adressieren offenbar Fehler unterliefen, erfuhren zwei Abgemahnte voneinander und bildeten spontan eine Selbsthilfegruppe. Die Nachricht verbreitete sich derart explosionsartig im Netz, dass die PR jede virale Marketing-Aktion locker hätte in den Schatten stellen können. Die Sache ist jedoch echt.

Wie die Unternehmenssprecherin Katja Förster gegenüber Telepolis äußerte, ist der Firma der Vorfall äußerst unangenehm. Der Anwalt wurde sofort zurückgepfiffen, bei den Abgemahnten entschuldigte man sich in aller Form.

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