Abwürgen der Erneuerbaren Energieerzeugung?

EEG soll geändert werden

Viele haben es sich schon gefragt: Wenn doch der Stromverbrauch im Land seit 10 Jahren praktisch konstant geblieben ist, aber nach Einführung des EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) der Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch von 6,4 Prozent im Jahre 2000 auf 16,3 Prozent im Jahre 2009 gestiegen ist und stetig weiter steigt - müssten dann nicht bald die ersten konventionellen Kraftwerke vom Netz? Und wie passt das mit der Freigabe der Kernkraftwerkslaufzeiten zusammen? Die [http://www.sonnenenergie.de/index.php?id=30&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=72 DGS] (Deutsche Gesellschaft für Solarenergie) weist als Antwort auf das "Energiekonzept" der Bundesregierung hin.

Anscheinend sei die Erfolgsgeschichte der Erneuerbaren der Bundesregierung und den Energiekonzernen ein Dorn im Auge. Denn im Energiekonzept der Regierung heißt es: "Mit Erreichen der Netzparität wird geprüft, inwieweit Änderungen am bisherigen System (EEG) erforderlich sind." Auch soll die Vorrangstellung der Erneuerbaren Energien bei der Netzeinspeisung geändert werden. Bisher sind für Abschaltungen von Windparks etc. noch vorgeschobene Begründungen (Netzkapazität) von Seiten der Netzbetreiber notwendig.

Auch die, als Begründung für das Energiekonzept, bei EWI-Prognos-GWS von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Studie Energieszenarien für ein Energiekonzept der Bundesregierung sieht vor, den Anteil der Erneuerbaren am Strommarkt auf maximal 35 Prozent im Jahr 2020 zu begrenzen. In der Auftragsstudie wird daher nur mit einem jährlichen Zubau der Photovoltaik von 1,7 GW und der Onshore-Windkraft von 0,85 GW pro Jahr gerechnet. Aber schon 2009 betrug er 1,9 GW. Bei der Biomasse werden bis 2020 pro Jahr nur 70 MW Zubau pro Jahr angenommen - alleine 2009 betrug der aber schon 516 MW. Diese Indikatoren deuten darauf hin, dass der Zubau der Erneuerbaren Erzeugerkapzität abgewürgt werden soll, denn andernfalls wären Konsequenzen für die Betreiber bestehender Großkraftwerke fällig.

Die DGS geht davon aus, dass ohne begrenzende Eingriffe der Politik ein Ökostromanteil von 47 Prozent im Jahre 2020 realistisch ist. Grund für die Annahme ist der bisherige Verlauf des Zubaus seit Start des EEG. Im Jahre 2000 betrug die installierte Leistung aus Windkraftanlagen 6.104 MW (Ertrag: 7.550 GWh), im Jahre 2009 war diese auf 25.777 MW gewachsen (38.580 GWh). Im Bereich der Biomasse waren es im Jahr 2000 579 MW installierte Leistung (2.893 GWh), im Jahre 2009 4.489 MW (26.407 GWh). Bei der Photovoltaik war 2000 eine Leistung von 76 MW installiert (64 GWh), 2009 waren es 9.800 MW (6.578 GWh) und die Zahlen der PV bis August 2010 deuten darauf hin, dass zu den 9.800 MW bereits in den ersten drei Quartalen dieses Jahres weitere 4.900 MW Photovoltaik-Leistung hinzu gekommen sind.