AfD hat Wählerpotenzial von 27 Prozent

Meinungsfreiheit wichtiges Thema bei Anhängern

Zwischen dem 12. und dem 15. April fragte das Meinungsforschungsinstitut YouGov repräsentativ ausgewählte Deutsche zu ihren Wahlplänen. Dabei kam heraus, dass die Union bei einem Wahltermin am morgigen Sonntag mit 39 Prozent und die SPD mit 26 Prozent der Wählerstimmen rechnen könnte. Die Grünen landen in der Umfrage bei 15 Prozent, die Linken kommen auf 6 und die Liberalen auf 5. Die Piratenpartei würde mit drei Prozent das gleiche Ergebnis erzielen wie die neu gegründete Alternative für Deutschland (AfD).

Bemerkenswerter als diese drei Prozent ist der in einer separaten Umfrage am 15. und 16. April ermittelte Anteil derjenigen, die sich vorstellen können, die Anti-Euro-Partei zu wählen: Mit 27 Prozent könnten sie rein theoretisch die SPD überholen und zweitstärkste Kraft im Bundestag werden. Dabei liegt der Anteil bei den Männern mit 31 Prozent deutlich höher als bei den Frauen, bei denen sich nur 23 Prozent vorstellen können, ihr Kreuzchen bei der AfD zu machen.

Das Potenzial der Partei kommt nicht nur von bisherigen Nichtwählern, sondern auch von Anhängern der etablierten Parteien, wobei FDP und Linke mit Anteilen von 33 und 35 Prozent deutlich stärkere AfD-Sympathien zeigen als solche von Union und SPD, bei denen sich höchstens 18 Prozent der Wähler von 2009 vorstellen können, 2013 für die Alternative zu stimmen. Die geringsten Verluste müssen mit 16 Prozent die Grünen fürchten.

Von den Themen der neuen Gruppierung, die auf Facebook mittlerweile mehr Fans hat als die FDP, kommen nicht nur Volksabstimmungen und ein Euro-Ausstieg gut an, sondern auch der Einsatz für mehr Meinungsfreiheit, der besonders jüngere Wähler zwischen 25 und 34 Jahren interessiert. Allerdings gibt es unter den mittlerweile gut 5.000 Parteimitgliedern und den Unterstützern auch welche mit ganz anderen Kernanliegen, die bei der Bevölkerung deutlich weniger beliebt sind: Während der Piratenpartei Extremisten aus der Autonomen- und der Gender-Szene schadeten, droht der AfD aber eher Gefahr durch Privatisierungsextremisten wie Günter Ederer. Auch der FAZ- und Welt-Journalist Konrad Adam dürfte mit der (möglicherweise nicht ganz verfassungskonformen) Vorstellung, Arbeitslosen das Wahlrecht zu entziehen, eher Wähler abschrecken als anlocken.

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