Afghanistan: Endlich Überblick

So passen die Dynamik der Aufständischen und die besten Gegenmaßnahmen auf einen Bierdeckel

Afghanistan stellt viele Fragen der angemessenen Vorgehensweise: Wie kann man die Taliban von den Zivilisten unterscheiden, bevor man Bomben abwirft? Mit welcher Art der Taliban läßt sich wie zusammenarbeiten? Etwa, damit sie im Auftrag von Sicherheitsfirmen mit guten Verbindungen zu Pentagon-Geldern amerikanische Konvois gegen andere Taliban schützen? Mit welchen Gruppierungen lassen sich Pakte gegen andere Milizen schließen? Welcher Clanchef läßt sich noch mit mit Viagra ködern? Welcher Warlord noch mit einem Regierungsposten?

Das strategische Vorgehen der USA ist unter beständiger Kritik, daran hat auch die große strategische Rede Obamas nichts geändert. Aktuell zum Beispiel steht wieder einmal die amerikanische Anti-Drogenpolitik, die den Taliban die Mohnfelder und damit wichtige Einnahmequellen zu entziehen beabsichtigt, im Visier kritischer Sichtungen. Der "counternarcotics"-Politik der USA in Afghanistan, deren Undurchsichtigkeit schon Anlass für dicke Bestseller gegeben hat, fehle eine "langfristige Strategie mit klaren Zielen und einem Plan zur Übergabe der Verantwortlichkeiten an die Afghanen", kritisiert der Generalinspekteur des US-Außenministeriums und meint mit der letzteren Bemerkung vermutlich nicht afghanische Drogenbarone mit besten Verbindungen zu Karsai..

Wer sich fragt, wie die in der Praxis Verantwortlichen für die amerikanische Strategie, der Generalstab - Joint Chiefs of Staff - , mit dem Geflecht an komplizierten Beziehungen und wechselseitigen Abhängigkeiten überhaupt zurechtkommen kann, findet die Antwort in diesem Schaubild.

Dieses Wimmelbild der Verhältnisse im seit neun Jahren befreiten Afghanistan ist nach Angaben des Fernsehsenders NBC ein Dokument aus dem Office of the Joint Chiefs of Staff. Es zeigt demnach den Plan des US-Militärs für mehr Stabilität in Afghanistan durch eine angemessene Berücksichtigung der Dynamiken von Aufständischen - ohne sich allerdings die Mühe zu machen, die verschiedenen militanten Gruppen der Aufständischen aufzuführen.

Es gibt Generäle, die diese Übersicht genial finden. Sie stammt von einer internationalen Consulting Firma.

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