Ahmadinedschad fordert Sanktionen gegen Deutschland

Der Mord an der Ägypterin Marwa in einem Dresdner Gericht sei "vorprogrammiert" gewesen.

Jetzt schlägt der "Irre aus Teheran", Irans Präsident Ahmadinedschad, gegen Deutschland zurück. Bundeskanzlerin Merkel hatte sich eingereiht, um das Vorgehen gegen die Oppositionellen im Iran zu kritisieren, die die Wiederwahl von Ahmadinedschad anfechten. Der hat nun entdeckt, wie er Deutschland auch einmal frontal angreifen kann.

Am 1. Juli wurde im Dresdner Landgericht die schwangere Ägypterin, Pharmazeutin und frühere Handballnationalspielerin Marwa El-Sherbini von dem Deutschen mit 18 Messerstichen getötet, ohne dass jemand eingriffen hat, den sie wegen rassistischer Beleidigung angezeigt hatte, weil er sie wegen ihres Schleiers als "Islamistin", "Terroristin" und "Schlampe" angemacht hatte. Ein Polizist hatte auch noch ihren Ehemann, der ihr helfen wollte, schwer verletzt. Bundeskanzlerin hatte sich für die Tat entschuldigt, die in der islamischen Welt für Furore sorgt, weil sie offenbar die Islamfeindlichkeit Deutschlands belegt.

Das will sich nun auch der iranische Präsident zunutze machen, um von den innenpolitischen Problemen abzulenken. Die Ägypterin wird zur Schleiermärtyrerin stilisiert, die Bundeskanzlerin aufgefordert, den Rassismus und Faschismus im eigenen Land zu bekämpfen. Das ist Balsam für die Seele von Ahmadinedschad, der in der westlichen Welt als Holocaustleugner verurteilt wurde. Dass eine Frau 18 Mal mit einem Messer in einem deutschen Gerichtssaal erstochen werden konnte, sei "definitiv vorprogrammiert gewesen", sagte er. Er verglich die Reaktion der deutschen Regierung zu dem Vorfall zu der Haltung gegenüber der Tötung der Palästinenser im Gaza-Krieg. Auch hier hätte man das Töten der Palästinenser beobachtet, aber letztlich diese verurteilt.

Deswegen müsse der UN-Sicherheitsrat, der stets den Iran wegen seines Atomprogramms gängelt, Deutschland verurteilen und gegen das Land Sanktionen verhängen: "Wieso werden sofort Resolutionen verabschiedet, wenn in einem anderen Land ein Tausendstel solch einer Tat begangen wird, aber in ihren (westlichen) eigenen Ländern werden die elementaren Rechte der Menschen ignoriert." Richter und Polizisten müssten angeklagt werden. "Da kommen ein paar Leute in Teheran auf die Straßen und verbrennen öffentliches Eigentum, und schon reden alle (im Westen) von Menschenrechtsverletzungen (wenn die Polizei eingreift), aber wenn eine unschuldige Frau in einem Gerichtssaal zerstückelt wird, regt sich niemand auf", sagte Ahmadinedschad, wie die Welt übersetzt. Die deutsche Regierung verhalte sich wie "Sklaventreiber" und lächle über das Verbrechen.