Amazonas-Regenwald soll zur Rodung freigegeben werden

Eine Gesetzesvorlage soll Waldbesitzern die Abholzung von 50 Prozent ihres Gundbesitzes erlauben

Über die Vorlage entscheidet der brasilianische Kongress am kommenden Mittwoch. Um die ungebremsten Abholzungen einzuschränken, hatte Präsident Lulas Vorgänger Cardoso ein Dekret eingeführt, das die Abholzung von Wald für neue Agrarflächen auf 20% je Grundstück begrenzte. Die Neuregelung soll diese Beschränkungen jetzt weitestgehend zurücknehmen. Grund ist zunehmender Druck der Agrarlobby im Land, denn steigende Preise für Nahrungsmittel und Biosprit lassen eine Ausweitung der Plantagen zu einem lohnenden Geschäft werden.

Nach einem Bericht von Greenpeace sieht das novellierte Waldnutzungsgesetz vor, dass private Waldbesitzer 30 Prozent mehr Fläche als bisher roden dürfen, wenn darauf neue Plantagen gepflanzt werden. Betroffen davon wären 30 Mio. Hektar Regenwald, also eine Fläche fast so groß wie Deutschland.

Während das Gesetz seinen Weg durch die Instanzen macht, wirbt der brasilianische Präsident Lula auswärts für einen internationalen Urwaldschutzfonds. Greenpeace prangert diese Zweigleisigkeit an. Denn während im Land der Großgrundbesitzer der Weg für neue Plantagen freigemacht werde, habe die Bundesregierung den Regenwaldschutz in Brasilien seit 1992 bisher schon mit 300 Millionen Euro unterstützt. Angela Merkel kündigte zudem weitere 500 Mio. Euro für den Schutz der Urwälder bis 2012 an. Umweltschutzversprechen sind also ein gutes Geschäft für das Land.

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