American Sniper schießt auf NSA-Gebäude

Hauswand des NSA-Hauptquartiers soll getroffen worden sein

In Baltimore-Washington und Fort Meade hat es am Dienstag zwei Angriffe mit Schusswaffeneinsatz gegeben, wobei in einem Fall ein Gebäude der NSA getroffen wurde. Stunden zuvor war 12 Meilen entfernt auf einen fahrenden LKW geschossen worden. In beiden Fällen kamen keine Personen zu Schaden. Möglicherweise ist der unbekannte Täter auch für weitere ungeklärte Schüsse verantwortlich.

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Nachrichtenwert hat die Meldung nur aufgrund des getroffenen NSA-Gebäudes. In den USA ist es Brauch, auf Sachen und Menschen zu schießen. Jährlich gibt es in den USA über eine Million Schussverletzungen, davon 30.000 tödliche. Diese Form der Auseinandersetzung wird in den Vereinigten Staaten traditionell nicht als Terrorismus empfunden und gehört insbesondere nicht zum Aufgabengebiet der Geheimdienste CIA und NSA, die für die weltweit unter 100 jährlichen US-Terrorismusopfer zuständig sind und mit dieser Begründung den Planeten überwachen.

Trotz der hohen Intelligence sehen die US-Sicherheitsbehörden keinen Zusammenhang zwischen dem praktisch unkontrollierten Waffenbesitz und der grotesk hohen Opferzahl. Die unterirdischen NSA-Spione im Dagger-Complex bei Griesheim rätseln vermutlich noch immer, warum in Deutschland jährlich lediglich 70 Menschen unfreiwillig erschossen werden.

2002 brachten es die American Sniper John Allen Muhammad und Lee Boyd Malvo zu weltweiter Aufmerksamkeit, die in der gleichen Gegend willkürlich mindestens zehn Menschen erschossen. Muhammad hatte seine Schießkünste in der US Army gelernt und im Golfkrieg gedient. Derzeit läuft in den USA mit großem Erfolg der Kinofilm 'American Sniper' über den Scharfschützen Chris Kyle, der ebenfalls im Irak aus dem Hinterhalt mindestens 160 Menschen erschoss, bis ihn ein traumatisierter Golfkriegsveteran mit einer Schusswaffe im eigenen Land niederstreckte. Während Sarah Palin den Film als 'pariotisches Meisterwerk' rühmt, fragte Noam Chomsky, was die Verehrung eines kaltblütigen Killers mittels eines Kinofilms über das amerikanische Volk aussage.

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