Amerikanische IP-Nummern müssen draußen bleiben

Wie der Filehoster Uploaded auf die Schließung von Megaupload reagiert

Nachdem das US-Justizministerium und das FBI am Donnerstag mit behördlicher Unterstützung aus acht Ländern den Filehoster Megaupload schlossen, reagieren Konkurrenten unterschiedlich: Filesonic beendete nicht nur sein Belohnungsprogramm für Nutzer, die besonders häufig heruntergeladene Dateien hochladen, sondern begrenzte darüber hinaus auch die Möglichkeit zum Zugriff, den jetzt nurmehr der jeweilige Uploader hat. Ein Grund für diese recht drastischen Maßnahmen dürfte sein, dass Filesonic ebenso wie Megaupload in Hong Kong ansässig ist.

Beim schweizerischen Unternehmen Rapidshare vertritt man dagegen die Auffassung, dass man die Cyberlocker-Dienstleistung in einer rechtlich unbedenklichen Form betreibt. CEO Alexandra Zwingli meinte in der Züricher Netzwoche, ihre Aktiengesellschaft brauche sich nicht hinter einem Firmengeflecht zu verstecken und sei "so legal wie die Swisscom oder Youtube". Wie weit Rapidshare "zu präventiven Maßnahmen gegen mögliche illegale Handlungen [seiner] Kunden verpflichtet" ist, sei eine "Detailfrage", die man vor Zivilgerichten klären werde.

Einen ganz anderen Weg geht Uploaded: So wie YouTube wegen Streitigkeiten mit der GEMA einen großen Teil seines Angebots für deutsche Nutzer sperrt, blockiert der Filehoster einfach US-amerikanische IP-Nummern. Ob dies den US-Behörden reichen wird, um ein mögliches geplantes Vorgehen zu stoppen, ist fraglich: Schließlich geht es dem Department of Justice und dem FBI weniger um die Taten der eigenen Bürger als um die Interessen der heimischen Medienindustrie. Möglicherweise spekuliert Uploaded aber darauf, dass Drittländer weniger willig mit amerikanischen Stellen zusammenarbeiten, wenn etwas eindeutig außerhalb der US-Jurisdiktion geschieht.

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