Angriff auf Syrien schon am Donnerstag?

Auch die islamistischen Kämpfer scheinen damit zu rechnen, neben militärischen Einrichtungen des Assad-Regimes zu Zielen der Angriffe werden zu können

Alles deutet daraufhin, dass es Amerikaner und Briten sehr eilig haben, gegen das Assad-Regime militärisch vorzugehen. Wenn man zu lange Zeit verstreichen lässt, so wohl das Kalkül, schwindet der sowieso schon geringe Rückhalt der Bevölkerung weiter und geraten die Bilder des Giftgasangriffs in Vergessenheit ( Amerikaner und Briten sind mehrheitlich gegen eine militärische Intervention in Syrien) Der britische Regierungschef Cameron wird am Donnerstag das Parlament befragen, was heißen könnte, dass unmittelbar danach erste Luftangriffe erfolgen könnten. Die britischen Truppen bereiten sich auf einen Einsatz vor. NBC haben angeblich US-Regierungsmitarbeiter bestätigt, dass ein Angriff bereits am Donnerstag erfolgen und drei Tage lang dauern könnte.

Dazu passt, dass US-Verteidigungsminister Hagel gegenüber BBC erklärte, die US-Truppen seien jederzeit einsatzbereit, wenn US-Präsident Obama den Angriffsbefehl gibt. Während die italienische Regierung, die unter Berlusconi beim Libyen-Einsatz noch aktiv mitgewirkt hat, nun ein UN-Mandat fordert, hat die griechische Regierung schnell ein Gesuch des Pentagon gestattet, so dass nun Flugzeuge und Kriegsschiffe passieren und die Luftwaffenstützpunkte in Souda (Kreta) und Kalamata (Peleponnes) für Angriffe benutzt werden können.

Hagel sagte auch, dass die von den UN-Inspektoren gesammelten Informationen belegen würden, dass der Giftgasangriff von der syrischen Regierung ausgegangen ist. Die UN-Inspektoren haben allerdings nicht den Auftrag zu bestimmen, wer für den Angriff verantwortlich ist, sondern lediglich, ob chemische Waffen eingesetzt wurden. Hagel meinte, man werde auf die Ergebnisse warten.

Das syrische Regime macht die Rebellen, vor allem ausländische Gruppen für den Giftgasanschlag verantwortlich. Ausschließen kann man dies nicht. Nach BBC würden jedenfalls Gruppen, die mit der islamistischen Nusra-Front verbunden sind, davor warnen, dass es auch auf sie Angriffe geben könnte. Es wird geraten, sich nicht in größerer Anzahl zu treffen und neue Wege und Aufenthaltsorte zu wählen. Unabhängig davon, ob tatsächlich Islamisten hinter dem Chemiewaffeneinsatz stehen, könnten Amerikaner und Briten parallel zu den Luftschlägen gegen militärische Einrichtungen des Assad-Regimes auch Lager der islamistischen Kämpfer bombardieren, um diese zu schwächen. Schließlich hielten sich die Regierung auch deswegen mit der Bewaffnung der Aufständischen zurück, damit nicht den Islamisten die Waffen in die Hände fallen, die sie dann gegen den Westen und vor allem gegen Israel richten könnten.

Israel wird nicht direkt an einem Angriff gegen Syrien teilnehmen, drängt aber zu einer Intervention, da man nicht zusehen könne, wenn 100 km von Israel entfernt Menschen "vergast" würden. Eine israelische Delegation hält sich gerade in Washington auf, um mit Susan Rice, der Sicherheitsberaterin des Weißen Hauses, zu beraten. Nach israelischen Medien würden Geheimdienstinformationen Israels eine entscheidende Rolle bei der Beurteilung der Lage und des Giftgasangriffs spielen. Der israelische Geheimdienst soll Kommunikation von syrischen Truppen abgehört haben, die in den Giftgasangriff verwickelt waren.

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