Anklage gegen Todessportler Althaus wahrscheinlich

Der thüringische Ministerpräsident könnte sich wegen seines Verhaltens auf der Skipiste vor Gericht verantworten müssen

Wie der Spiegel erfahren haben will, wird das Bezirksgericht im österreichischen Irdning "aller Voraussicht nach" Anklage gegen den thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus erheben.

Der sportbegeisterte CDU-Politiker hatte während eines Skiurlaubs am 1. Januar eine Slowakin totgefahren, wobei er sich selbst ein Schädel-Hirn-Trauma zuzog. Während anfangs von einem Zusammenstoß auf einer Pistenkreuzung die Rede war, erhärtete sich später durch Untersuchungen des Tatorts und eine Zeugenaussage der Verdacht, dass Althaus als "Geisterfahrer" unterwegs war.

Danach soll der Ministerpräsident von seiner Piste "Die Sonnige" links in die "Panorama-Abfahrt" der Slowakin eingebogen sein, wo der Zusammenstoß "fast frontal" erfolgte. Dem Nachrichtenmagazin zufolge gab der Anwalt von Althaus zu, dass dieser "nach Lage der Dinge ein Stück bergauf" fuhr. Der Vertreter der Familie der ums Leben gekommenen Slowakin bereitet aufgrund des Ermittlungsstandes Schadensersatzforderungen vor.

Beim Sport verunglücken in Deutschland jedes Jahr mehr Menschen als im Straßenverkehr. Mittlerweile resultiert bereits ein Fünftel aller Unfälle daraus - mit weiter steigender Tendenz. Als besonders gefährlich gelten pro Betätigungsstunde gerechnet unter anderem Fußball, Volleyball, Radsport, Inline-Skating und Skifahren.

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