Aqua Hochstein, Hundekot, Kondome...

Außer Kontrolle

Erst jetzt entdeckt wird die Anwendung von Hundekot (excrementum caninum) als homöopathisches Mittel heiß diskutiert (zumindest im Web). Dabei ist dieses Mittel keineswegs neu.

"Hundekot?" Wer bei blog.fefe.de las, dass Hundekot als homöopathisches Mittel angewandt wird, dem kräuselten sich die Nackenhaare. Zum einen ist natürlich die Idee, Kot zu essen, nicht wirklich angenehm, zum anderen fragt(e) man sich, was einem Homöopathen noch alles andrehen wollen.

Dabei ist die Anwendung von dem im üblichen, Wissenschaft suggerierenden, Latein gehaltenen Mittelchen namens Excrementum Canicum bereits seit einigen Jahren "im Trend". Zusammen mit Uranium metallicum - Plutonium - Aqua Hochstein - Scopio europaeus - Placenta wird es von den Betreibern der Seite "Homöopathieforschung", Dr. Eberle und Dr. Ritzer, als Mittel angepriesen. Dies wird auch in den entsprechenden Büchern der beiden noch einmal erläutert und vertieft. Tatsächlich findet sich wenig über Excrementum Canicum, was nicht gleichzeitig auch mit Dr. Eberle und Dr. Ritzer zu tun hat.

Aber zurück zum Hundekot. Sieht man sich an, was noch alles als homöopathisches Mittel von den beiden Doktoren angepriesen wird, verwundert Excrementum Canicum nicht wirklich. Englisches Sonnenlicht, als "industrielle Mischprodukte" belgische Schokolade und Latexkondome... die Liste ist lang. Im "Hundeheft" einer "Fachzeitschrift" wird der Fall einer Dame beschrieben, die eine Autoimmunanämie hatte und mit Excrementum Canicum behandelt wurde. Und hier heißt es, dass sich das Mittel sogar klinisch bei der Behandlung von Hüftleiden bewährt hat. Dabei ist das Mittelchen auch noch sehr vielseitig, denn es hilft bei: Nesthocker und von Kindern besetzte Eltern. Morbus Crohn, Colitis, schwerste Formen von Hüftarthrose. Torticollis bei Schülern, Lernschwierigkeiten, Arbeitslosigkeit.

Ich fürchte allerdings, dass diese bahnbrechende Entdeckung bei einigen deutschen Politikern falsch ankam und sie daher auf die Idee mit dem Hundekot und der Arbeitslosigkeit kamen. Dass das Mittel gegen Nesthocken helfen kann, kann ich mir allerdings vorstellen - wenn Eltern anfangen, ihren Kindern Hundekot in welcher Verdünnung auch immer als Mittel gegen den "Schiefhals" oder bei Lernschwierigkeiten zu verabreichen, dann sollte man wahrlich schleunigst seine Sachen packen. Wer weiß was als Nächstes auf dem Programm steht.

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