Atomkraft: AKW werden nicht mehr benötigt

Solar- und Windenergie haben schon wieder einen neuen Rekord aufgestellt

Am 7. Juni dürfte es einen neuen Rekord bei der Erzeugung von Wind- und Sonnenstrom gegeben haben. Nach Angaben des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) wurden an diesem Tag um die Mittagszeit 54,02 Gigawatt (GW) von Solar- und Windkraftanlagen ins Netz eingespeist. Das waren beachtliche 68,9 Prozent der Nettostromproduktion zu dieser Zeit, während Wasser- und Biogaskraftwerke weitere knapp sechs Prozent beitrugen.

Insgesamt hat der Beitrag der Erneuerbaren zur Nettostromerzeugung der deutschen Kraftwerke im öffentlichen Netz in der vergangenen Woche 49,7 Prozent beigetragen, wie die vom Fraunhofer ISE zusammengetragenen Daten zeigen. Nettoerzeugung heißt in diesem Fall Stromproduktion der Kraftwerke abzüglich des Eigenverbrauchs, der in AKW bei 5,5, in Braunkohlekraftwerken bei 7,1, in Steinkohlekraftwerken gar bei 8,3 und in Gaskraftwerken 3,4 Prozent liegt.

Im Juni wurde bisher reichlich solar- und Windstrom produziert. Die rund 54 Gigawatt in der Mittagszeit des 7.6. dürften einen neuen Rekord darstellen. Über den Tag gemittelt lag der Anteil der Erneuerbaren an der deutschen Nettostromproduktion am 7. Juni bei stattlichen 64,1 Prozent. Bild Fraunhofer ISE

Der Anteil der Erneuerbaren in der vergangenen Woche stellte für dieses Jahr den drittbesten Wert da. Im Durchschnitt lag der Grünstromanteil an der Nettoproduktion 2017 bisher bei 37,3 Prozent. Zieht man die 22,4 Milliarden Kilowattstunden ab, die von Januar bis Mitte Juni netto exportiert wurden, dann ergibt sich sogar ein Anteil der Erneuerbaren von knapp 42 Prozent an der für den Inlandsbedarf gedachten Nettostromproduktion.

Rein rechnerisch haben übrigens in diesem Jahr die AKW meistens für den Export gearbeitet. Sie speisten bis Mitte Juni 28,39 Milliarden Kilowattstunden ins Netz ein. Das waren nur rund sechs Milliarden Kilowattstunden mehr, als unterm Strich ins Ausland flossen. Derweil waren im besagten Zeitraum die Gaskraftwerke nur zu durchschnittlich 16 Prozent ausgelastet und zu keinem Zeitpunkt mehr als zu 42 Prozent ausgelastet.

Letzteres war am 24. Januar, an einem Tag mit besonders wenig Wind. Zwischen 13 und 14 Uhr lieferten Windkraftanlagen nur 1,29 und Solaranlagen auch lediglich 1,47 GW Leistung. Tatsächlich gab es um diese Zeit für wenige Stunden einen Nettoimport von Strom. Der dürfte allerdings weniger technische, denn monetäre Gründe gehabt haben. Denn selbst zu dieser Zeit blieben rund 17 GW an Gaskraftwerkleistung ungenutzt. Diese hätte sowohl das Importsaldo von 0,44 GW ausgleichen als auch die mit 7,64 GW einspeisenden AKW ersetzen können.

Mit anderen Worten: Die AKW werden nicht mehr gebraucht und könnten sofort abgeschaltet werden. Das würde nicht nur das von ihnen ausgehende Risiko vermindern, sondern künftigen Generationen auch die Sorge um etliche Tonnen hochradioaktiven Müll ersparen.

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