Atomlobby versucht, Diskussion um Atomkraft einzudämmen

Regierung bekräftigt weiterhin, von der Sicherheit der deutschen Kraftwerke überzeugt zu sein

Das deutsche Atomforum ist bemüht, die Debatte um die Kernkraft in Deutschland einzufangen. Eine Kombination eines "derart schweren Erdbebens und eines schweren Tsunamis" sei hierzulande "nicht vorstellbar". Dies sei gestern auch von offiziellen Stellen so gesagt worden, lobte der Lobbyverband die Bundeskanzlerin für ihre Stellungnahme vom Samstag.

Im ARD-Brennpunkt vom Sonntag legte Merkel noch einmal nach. Jeder, der sich mit dem Thema schon einmal beschäftigt habe, wisse, dass die deutschen Reaktoren sicher seien. Wären sie das nicht, so Merkel, müsse sie sie gemäß ihres Amtseides sofort abschalten, und das wäre "fatal". Wenn es notwendig sei, werde jedoch nachgerüstet. Dabei hat die Regierung im Zuge der Laufzeitverlängerung selbst dafür gesorgt, dass die Betreiber wichtige Sicherheitsmaßnahmen hinauszögern können. Auf 20 Milliarden Euro wird der Investitionsstau in den deutschen AKWs geschätzt.

Doch statt diese Probleme nun angesichts der Erfahrungen in Japan vehement anzugehen, wünscht sich die Kanzlerin einen "Konsens" in der Gesellschaft. Dann müssten sich die Menschen, die die Details ja gar nicht kennen würden, auch nicht ängstigen, so die Logik der Kanzlerin. Für wichtig hält sie allerdings eine Diskussion über die Sicherheit der Kernkraftwerke in anderen europäischen Ländern - so soll offenbar von der Situation hierzulande abgelenkt werden. Sollte die Strategie sich auch in anderen Ländern durchsetzen, so wäre nichts gewonnen: Wenn jeder nur auf den Nachbarn zeigt, bleibt der Aufgabenberg vor der eigenen Tür liegen.

Telepolis fragt: Schneller Ausstieg aus der Atomenergie?

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