Auch bei den Männern nimmt die Zeugungsfähigkeit ab 40 Jahren ab

Nach einer französischen Studie wird die Qualität der Spermien bereits ab 35 Jahren schlechter.

Auch Männer können nicht unbegrenzt warten, um dann eventuell noch in höherem Alter zeugungsfähig zu sein. Während bei den Frauen mit der Menopause die Möglichkeit schließlich ganz aufhört, noch Kinder zu bekommen, wird es bei den Männern schon früher als bei den Frauen schwieriger,

Ab Mitte 30 geht es mit der Qualität der Spermien schon bergab, wer erst ab 40 aufwärts daran denkt, Kinder haben zu wollen, muss nach einer Studie, die in RBM Online erscheint, mit einem erhöhten Fehlgeburtsrisiko rechnen. Bei Männern zwischen 30 und 34 Jahren liegt das Risiko, dass während der Schwangerschaft eine Fehlgeburt auftritt, bei 16,7 Prozent, zwischen 35 und 39 Jahren bei 19,5 Prozent. Über 40 Jahre springt das Risiko dann auf 32,5 Prozent an.

Für die Studie wurden Daten von über 12.000 Paaren einer Reproduktionsklinik untersucht. Frauen, deren Partner über 35 Jahre alt waren, hatten mehr Fehlgeburten, unabhängig von ihrem eigenen Alter.

Da generell die Menschen später ihren Kinderwünschen nachgehen, könnte dies entweder zu einem weiteren Boom der Reproduktionsmedizin beitragen oder die Zahl der Kinder weiter absenken. Stéphanie Belloc vom Laboratoire d'Eylau und Mitautorin der Studie meint jedenfalls, dass man unfruchtbaren Patienten, bei denen ein Partner über 35 ist, eine IVF-Behandlung nahelegen sollte. Bislang wurde meist nur das Alter der Frau berücksichtigt. Jacques de Mouzon von INSERM, ebenfalls Mitautor, gibt gleich einmal Handlungsanweisungen: "Man sagt, dass die Männer bis ins hohe Alter, sogar bis 80 Jahre, fruchtbar seien. Dass kann manchmal zutreffen, aber das Produkt unterscheidet sich. Es gibt einen Rückgang der Fruchtbarkeit bei den Männern und eine Zunahme bei spontanen Fehlgeburten. Für Männer ist es wichtig, Kinder zu bekommen, bevor sie 40 oder 45 Jahre alt werden."

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