Auch in Schweden kippt die Haltung zur Atomenergie

Mit dem Ausstieg aus dem Ausstieg war die schwedische Regierung das Vorbild für die Laufzeitverlängerung in Deutschland

Nach Fukushima könnte nun aber nicht nur die deutsche, sondern auch die schwedische Regierung unter Druck kommen, aus dem Ausstieg, der in Schweden wie in Deutschland massiv von den großen Konzernen durchgesetzt wurde, wieder herauszukommen. Wie die deutsche Regierung hat auch die konservative schwedische Regierung angekündigt, die Sicherheit der Kraftwerke noch einmal zu überprüfen.

Die Stimmung im Land ist nämlich gekippt. Nach einer Umfrage des Schwedischen Fernsehen ist nun ein Viertel für eine sofortige Abschaltung der AKWs, vor einem halben Jahr hatten dies nur 10 Prozent gesagt. Gleichzeitig stieg die Zahl derjenigen, die sich unsicher sind, ob man an der Atomenergie festhalten soll, von 3 auf 21 Prozent.

Auch in einer Umfrage der Zeitung Dagens Nyheter wird die Veränderung der Haltung in der Bevölkerung deutlich. Die Zahl derjenigen, die sofort aus der Krenkraft aussteigen wollen, hat sich seit 2008 von damals 15 auf jetzt 36 Prozent mehr als verdoppelt. Frauen sind mit 47 Prozent sehr viel stärker für einen Ausstieg, während es bei den Männern nur 24 Prozent sind. Allerdings hat die Kernkraft in Schweden noch mehr Rückhalt als in Deutschland. 36 Prozent wollen sie auf dem jetzigen Level weiterführen, 3 Prozent mehr als 2008. Für einen weiteren Ausbau sind nur noch 21 Prozent, 2008 waren es mit 47 Prozent noch fast die Hälfte. Auch hier unterscheiden sich Männer deutlich von den Frauen. Bei den Männern sind 35 Prozent für einen weiteren Ausbau, aber nur 8 Prozent bei den Frauen.

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