Aufgrund von "friendly fire" wurden Kampfroboter wieder aus dem Irak abgezogen

Letztes Jahr wurden die ersten fernsteuerbaren Roboter mit Maschinengewehren zu Kampfeinsätzen in den Irak geschickt und dann klammheimlich wieder zurück in die USA gebracht.

Letztes Jahr wurden die ersten drei ferngesteuerten Kampfroboter des Typs SWORDS wirklich in den Irak geschickt, nachdem dies schon lange angekündigt worden war. Die auf dem Talon-System basierenden Roboter waren ausgestattet mit Maschinengewehren und sollten in gefährlichen Kampfsituationen eingesetzt werden. Klammheimlich hat man sie aber wieder eingepackt und in die USA geschickt.

SWORDS-Kampfroboter mit Maschinengewehr

Auf der RoboBusiness-Konferenz, die am 8. und 9. April in Pittsburgh stattgefunden hat und in der es auch um Kampfroboter ging, wurde Army-Programmdirektor Kevin Fahey gefragt, warum die SWORDS wieder zurückgeschickt wurden. Richtig wollte Fahey anscheinend nicht den Grund herausrücken, berichtet Popular Mechanics. Sie hätten niemals zu schießen begonnen, wenn sie das nicht sollten, sagte er. Das wäre ja kein Problem gewesen, aber er fügte hinzu, dass seinem Wissen nach, "das Gewehr sich zu bewegen begann, wenn dies nicht beabsichtigt war".

Das Maschinengewehr hat also wild in alle Richtungen gefeuert, was den Soldaten, die sich in der Nähe befanden, sicher nicht gefallen hat. Es sei dabei zwar niemand verletzt worden, man hat jedoch die Kampfroboter sicherheitshalber abgezogen, weil es dann, wenn etwas "wirklich schief" läuft, "10 bis 20 Jahre dauern kann, bevor man es wieder versucht".

Nächstes Jahr, so Fahey, werde man wohl einen anderen Kampfroboter in den Irak bringen. Noch scheinen die Ansprüche bei neuen Maschinen, die einen Schritt in Richtung Autonomie darstellen, höher als bei den Soldaten zu sein. Aber das dürfte sich bald ändern, wenn mehr und mehr Kampfroboter eingesetzt werden. Noch will niemand der erste sein, dem das Missgeschick passiert, dass ein wildgewordener Kampfroboter Kollateralschaden verursacht oder gar die eigenen Leute unter "friendly fire" nimmt.