Auftragseinbruch durch Sanktionen auf Krisenhöchstniveau

Die Sanktionspolitik führt im August dazu, dass die Auftragseingänge in Deutschland den stärksten Einbruch seit der Wirtschaftskrise 2009 verzeichnen

Es war zu erwarten, dass sich die Sanktionen gegen Russland und die Gegenmaßnahmen zu deutlich stärkeren Konsequenzen führen, als uns die Politik und die Vertreter der Wirtschaft weismachen wollten.

Heute hat das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitgeteilt, dass die saison- und kalenderbereinigten Bestellungen im August 5,7% niedriger als im Vormonat ausgefallen sind. Das ist kein Zufall, da im Juli erstmals seit dem Kalten Krieg wieder direkte Sanktionen gegen Russland verhängt wurden. Das wird auch dadurch deutlich, dass "die Aufträge aus dem Inland um 2,0 % und die Auslandsaufträge um 8,4 % abgenommen" haben.

Gliedert man weiter zwischen Eurozone und darüber hinaus auf, kommen die Statistiker zu folgenden Ergebnissen. "Bezogen auf die Absatzrichtung des Auslandsgeschäfts lag der Auftragseingang aus der Eurozone um 5,7 % und der Auftragseingang aus dem restlichen Ausland um 9,9 % niedriger als im Vormonat." Vor allem Investitionsgüter wurden von Ländern außerhalb der Eurozone deutlich weniger bestellt, denn da fiel der Rückgang sogar "um 9,9 % niedriger als im Vormonat" aus.

Dabei darf man in Europa noch froh darüber sein, dass Russland deeskalierend agiert. Das Land hat auf die neuen Sanktionsverschärfungen im September nicht mit den angedrohten Gegenmaßnahmen reagiert. Für Deutschland, wo die Wirtschaft im zweiten Quartal erstmals wieder geschrumpft ist, und für die Eurozone, wo sie stagniert, hätte das eine fatale Wirkung und würde die Tendenz zurück in die Rezession verschärfen. Die Rückkopplungseffekte waren ebenso wie die Tatsache zu wenig beachtet worden, dass das allgemeine Investitionsklima durch die Sanktionen schwer belastet werden würde.

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