Aus für die Hoffnung auf Zeitreisen?

Physiker wollen erstmals gemessen haben, dass auch ein einzelnes Photon nicht in Überlichtgeschwindigkeit reisen kann

Zeitreisen können die Fantasie beflügeln. Es wäre doch schön, die grausame Irreversibilität der Wirklichkeit, die es im Virtuellen nicht gibt, umgehen zu können. Der Tod oder die Geburt wären keine unwiederholbaren Ereignisse mehr, man könnte sich beliebig durch die Geschichte bewegen - und dann deren Geschehnisse auch nach den eigenen Wünschen verändern.

Nach einer Studie von Physikern aus Hongkong müssen wir die Vorstellung aber in der Science Fiction belassen. Wir kommen aus der irreversiblen Zeitachse nicht heraus. Das wäre nur möglich, wenn etwas sich beispielsweise schneller als Lichtgeschwindigkeit fortbewegen könnte. Dann ließe sich die "Zeit" überholen. Manche glaubten, dass etwa Photonen schneller als die Lichtgeschwindigkeit reisen könnten, die Einstein in seiner Relativitätstheorie als die absolute Geschwindigkeit behauptet hatte. Das wollen die Physiker nun empirisch bestätigt haben, wie sie in einem Beitrag für die Zeitschrift Physical Review Letters berichten.

Erstmals haben die Wissenschaftler, wie sie schreiben, die Geschwindigkeit eines einzelnen Photons beobachten können, das sich durch ein Vakuum bewegt. Da man dies bislang nicht messen konnte, war behauptet worden, dass sich unter bestimmten Bedingungen Photonen auch schneller als mit Lichtgeschwindigkeit bewegen könnten. Die Physiker seien nun in der Lage gewesen, auch die optischen Vorläufer eines Photons messen und damit zeigen zu können, dass sich nichts schneller als die Lichtgeschwindigkeit bewegt. Auch die schnellsten Teile eines Photons hätten sich im Vakuum nicht mit Überlichtggeschwindigkeit bewegen können. Selbst in einem superluminalem Medium, wo die Gruppengeschwindigkeit der Teile eines Photons schneller als die Lichtgeschwindigkeit sein könne, habe der zentrale Kern eines einzelnen Photons keine Möglichkeit, sich schneller bewegen zu können, sagen die Wissenschaftler.

Die scheinbare Überlichtgeschwindigkeit, die man vor 10 Jahren entdeckt zu haben glaubte, gehe auf nur visuelle Effekte zurück, da die scheinbar schneller als die Lichtgeschwindigkeit bewegenden Photonen keine Informationen übermitteln können. Aber auch ein einzelnes Photon kann nicht schneller reisen, was man nun bewiesen habe, so dass Einsteins Kausalität, dass eine Wirkung nicht vor ihrer Ursache eintreten kann, bestätigt werden könne. Es gibt also Realität, d.h. Irreversibilität, mithin die unumkehrbare Zeit und damit auch den Tod.

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