Australiens Polizei setzt auf iFace

Die Gesichtserkennungstechnologie ist nach ihren Angaben ein in der Praxis erfolgreiches Mittel zur Identifizierung von Verdächtigen. Nun fordert man den Ausbau der Datenbanken

Gesichtserkennungstechnologie habe dabei geholfen, 600 Straftäter in den vergangenen anderthalb Jahren zu identifizieren, berichtet die Polizei der australischen Küstenstadt Geelong. Jeder dritte Festgenommene werde auf dem Polizeirevier über die iFace-Software identifiziert, so die Auskunft eines leitenden Beamten. Die meisten der 1.482 Personen, bei denen die Gesichtserkennung nicht funktionierte, seien zum ersten Mal strafrechtlich auffällig geworden.

Die Software, die Aufnahmen von Gesichtern aufgrund von bestimmten biometrischen Messdaten mit Bildern aus einer Datenbank vergleicht, war im November 2010 eingeführt worden. Ursprünglich sollten 260 Polizeireviere im Bundesstaat Victoria damit ausgestattet werden, doch konnte die frühere Regierung unter John Brumpy ihr Vorhaben nicht beenden. Übriggeblieben sind 10 größere Reviere, die derzeit von Erfolgen mit der Gesichtserkeunnungstechnologie berichten. Als wohl plakativster Erfolgsfall wird die Identifizierung und Festnahme eines Einbrechers geschildert, der vom Hausbesitzer mit seinem Mobilfunkgerät fotografiert wurde.

Politisch hat das zur Konsequenz, dass die Polizei und Politiker nun für den Ausbau der Datenbanken mobilisieren. In Geelong will der Bürgermeister das Netz der Überwachungskameras ausbauen und die Polizei des Bundesstaates Victoria will, dass die Datei der Führerscheininhaber zu den Abgleichsdatenbanken hinzugefügt wird. Denn das würde die Möglichkeit erhöhen, auch Ersttäter zu identifizieren, wird der iFace-Projekt-Manager der Victoria Police zitiert.

Kritiker halten dem entgegen, dass die Gesichtserkennung nicht fehlerfrei arbeitet und die Daten auch von anderen Regierungsbehörden genutzt werden könnten.

Bisher kann die Victoria Police Fotos der verdächtigen Person mit 350.000 Aufnahmen aus der eigenen Datenbank und mit 400.000 Aufnahmen aus Gefängnissen, von Sicherheitsdiensten und der Datenbanken von Waffenbesitzern vergleichen.

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