Auto: Ab 2035 keine Verbrenner mehr

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Die Luft für die alte Autoindustrie wird dünner. Bei Berlin hat die Bürgerbeteiligung für die Ansiedlung von Tesla begonnen

Im US-Bundesstaat Kalifornien wird ab 2035 der Verkauf von Neuwagen und Lkw mit Verbrennermotor verboten. Das berichtet der Radiosender NPR. Der Gouverneur des Bundesstaates habe gerade eine entsprechende Verfügung unterzeichnet.

Für das Klima ist das ohne Frage ein Gewinn, allerdings nur, wenn zugleich auch ÖPNV und Bahn ausgebaut werden. Die sind in den USA außerhalb der großen Metropolen meist in noch erbärmlicheren Zustand als hierzulande in ländlichen Regionen.

Wenn jedoch die Autofahrer einfach alle auf die viel zu schweren Elektroautos von Tesla umsteigen, die nicht nur den gleichen Platz im öffentlichen Raum wegnehmen, sondern auch Unmengen an Ressourcen für die Herstellung verschwenden...

Tesla will bekanntlich am östlichen Rande von Berlin, in Grünheide, ein Werk für den europäischen Markt errichten. Nicht alle sind darüber begeistert. 414 Einwendungen von Bürgern und Umweltverbänden sind im Genehmigungsverfahren bei der Behörde eingegangen, schreibt die Berliner Zeitung.

Die Erörterung hat am gestrigen Donnerstag begonnen, denn Tesla hat zwar schon eifrig gebaut und bereits mehrere Hektar Wald gerodet, aber eine gültige Baugenehmigung hat der US-Konzern noch nicht. Nur einen Vorvertrag und jede Menge Vorschusslorbeeren von der brandenburgischen Landesregierung in Potsdam.

Das ist denn auch einer der Kritikpunkte: Für die Untersuchung von Naturschutzbelangen habe man sich viel zu wenig Zeit genommen. Immerhin liegt das Gelände in einem Wasserschutzgebiet. Auch der hohe Wasserverbrauch stößt Kritikern auf, denn die Region leidet eher unter Wassermangel.

Besonders in den letzten Jahren, die alle samt zu trocken ausfielen, hat sich das deutlich bemerkbar gemacht. Dessen ungeachtet haben die Bürgermeister und Ortsvorsteher des zuständigen Wasserverbandes Erkner-Strausberg am Dienstag den Vertrag mit Tesla abgesegnet.

Für Mittwoch hatte Tesla-Chef Elon Musk den "Battery Day" ausgerufen und eifrig bewerben lassen. Was er dann mitzuteilen hatte, ließ seine Aktionäre eher kalt. Auf der bestehenden Technologie plant er mit weiteren Sprüngen in Effizienz und Produktivität, so dass demnächst ein 25.000-US-Dollar-Auto herausgebracht werden könne. Die Aktionäre hatten offenbar mehr erwartet; das Tesla-Papier verlor etwas an Wert.

Bei 395 Milliarden US-Dollar Börsenwert – eine knappe Verzehnfachung binnen Jahresfrist – ist der Erwartungsdruck der Anleger jedoch noch immer enorm hoch. Von Gewinnen, die einen so hohen Kurs rechtfertigen könnten, hat man jedenfalls noch nichts gesehen.

In Großbritannien diskutiert die Regierung derweil, wie der Guardian erfahren hat, das Verbot für Neuzulassung von Verbrennern von 2040 auf 2030 vorzuziehen. Ähnliche Pläne gibt es auch in einer Reihe anderer Länder. China hat hingegen keine feste Deadline sondern schreibt für die Hersteller eine bestimmte Quote von Elektrofahrzeugen vor, die regelmäßig angehoben werden soll.