BGE statt DGB

Grundeinkommensbefürworter machen den Gewerkschaften den 1. Mai streitig

Die Gewerkschaft Verdi ist nicht nur für mehr Monopolrechte, eine schärfere Überwachung des Internets, gegen mehr Verbraucherschutz im Bankwesen und gegen eine "strikte" Netzneutralität, sondern auch gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen. Als Begründung dafür wird angeführt, dass damit "das Vorrang-Nachrang-Verhältnis von Lohn- und Transfersystem […] radikal umgekehrt" würde und Arbeitsentgelte nur mehr eine " 'aufstockende' Funktion" hätten. Auch andere DGB-Gewerkschaften sprachen sich gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen aus, wobei offenbar die Angst vor einem Machtverlust eine zentrale Rolle spielt.

Angesichts solcher Positionen wollen Ralph Boes und andere Grundeinkommensbefürworter den 1. Mai vom Tag der Arbeit zum Tag des Einkommens machen. Dazu will man "bundesweit mit Flyern […] durch die großen Gewerkschaftsdemos ziehen". Im Web findet sich bereits jetzt ein YouTube-Video in dem der Verbandskonservativismus mittels einer fiktiven Facebook-Unterhaltung zwischen Frank Bsirske, Michael Sommer, Karl-Theodor von und zu Guttenberg, dem Apostel Paulus, Max Weber und Thomas Morus auf die Schippe genommen wird.

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