BND sucht verzweifelt Hacker

Nach Medieninformationen soll zur Abwehr von Cyberspionage eine Abteilung mit 130 Mann aufgebaut werden

Die Schlapphüte vom Bundesnachrichtendienst sind ebenso wenig angesehen wie die Herren und Damen vom Verfassungsschutz, der sich besonders im NSU-Fall als unfähig erwiesen hat - bestenfalls. Nun scheint der BND verzweifelt nach IT-Experten zu suchen.

Wie der Spiegel berichtet, wurden Bundestagsabgeordnete darüber informiert, dass der Auslandsgeheimdienst eine eigene Abteilung zur Abwehr von Cyberspionage und Hackerangriffen auf Server von Regierungsbehörden und Unternehmen aufbauen will. Offenbar wurde dies bislang verschlafen. Mit mindestens 130 Experten soll die Abteilung aufgerüstet werden, aber offenbar sind sie schwer davon zu überzeugen, beim BND anheuern zu wollen. Deswegen müssten nicht nur hohe Honorare angeboten werden, man müsse auch "Expertisen von Software-Unternehmen einkaufen, die sich auf Anti-Viren-Programme spezialisiert haben". Und man will nun auch an den Universitäten werben, um dort unter den Jungen geeignete Mitarbeiter zu finden.

Grund für den Aufbau der Abteilung ist die nach BND-Chef Schindler angeblich steigende Bedrohung durch Cyberspionage vor allem seitens China und Russland. So würden angeblich bis zu 6000 Hacker in einer Cyberspionage-Abteilung des chinesischen Verteidigungsministeriums arbeiten, um Informationen von Unternehmen aus dem Ausland zu gewinnen. Neu ist die Lage nicht. Im Oktober des letzten Jahres sickerte ein geheimer Bericht der Bundesregierung an die Öffentlichkeit, nachdem diese nach dem Vorbild der USA auf schwere Cyber-Angriffe auch mit Waffengewalt antworten könne. Jetzt warnte Schindler, dass die Spionage nur der erste Schritt sei, auf den dann Sabotage folgen könne.

Geht man nach den Stellenanzeigen, dann scheint sich der BND, nachdem in Mali Islamisten die Macht übernehmen wollten und die Bundesregierung die militärische Intervention Frankreichs unterstützt, auch vermehrt Nordafrika und der Sahelzone widmen zu wollen bzw. dort bislang kaum informiert zu sein. Gesucht werden freiberufliche Mitarbeiter auf Honorarbasis, die die Sprachen des Maghreb, der Levante und der Sahelzone sowie Somalias beherrschen, sehr gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift besitzen und überdies über ein "ausgeprägtes Hörverstehen" verfügen, wenn sie lauschen.