BRICS-Staaten machen Weltbank und Währungsfonds Konkurrenz

China, Russland, Indien, Brasilien und Südafrika wollen eine 50 Milliarden Dollar schwere Entwicklungsbank und einen 100-Milliarden-Reservefonds für Emerging Markets gründen

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff bleiben nur wenige Tage, um sich von der WM zu erholen. Denn schon am Dienstag treffen bei ihr in Fortaleza Russlands Vladimir Putin, Indiens neuer Premierminister Narendra Modi, Chinas Präsident Xi Jiping und Südafrikas Präsident Jacob Zuma zusammen, um eine Entwicklungsbank und einen Reservefonds aus der Taufe zu heben.

Laut dem brasilianischen Außenminister Jose Alfredo Graca Lima seien die neuen Finanzinstitutionen als "Ergänzung" zu Weltbank und IWF gedacht, wobei die Bank Infrastrukturprojekte in den Emerging Markets finanzieren und der Reservefonds Währungskrisen und Zahlungsbilanzproblemen bekämpfen soll. Die Bank werde dafür mit einem Kapital von 50 Milliarden Euro ausgestattet, wozu jeder der BRICS-Staaten ein Fünftel beisteuern soll. Der Reservefonds soll hingegen mit 100 Milliarden Dollar ausgestattet werden, von denen 41 von China, 18 jeweils von Brasilien, Russland und Indien sowie fünf Milliarden von Südafrika kommen sollen.

Geplant sei, eine internationale Finanzarchitektur zu schaffen, die die Interessen der Emerging Markets stärker berücksichtige, wobei es freilich auch innerhalb der BRICS nicht so einfach zu sein scheint, zu einem gemeinsamen Standpunkt zu gelangen. So herrsche bislang beispielsweise noch keine Einigkeit, wo die neuen Finanzinstitutionen angesiedelt werden sollen. Favorit sei derzeit zwar Shanghai, allerdings würden die jeweiligen Regierungen auf Moskau, Johannisburg und Neu Delhi bestehen, was eine Entscheidung bisher verhindert habe. Ebenso sei noch nicht entschieden, welche Länder die ersten der als rotierend vereinbarten Präsidentschaften der neuen Institutionen zugestanden bekommen.

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