Band ab

Microsoft legt das Band still. Das Microsoft Band, am 22. Mai 2019

Wenn so ein Pferd mal tot ist und man es trotzdem noch eine Weile lang versucht, damit herumzureiten, dann ist eines Tages der Tag gekommen, die Schaufel herauszunehmen und es zu begraben. Oder man steht wirklich wie der letzte Depp da.

Aktuell so geschehen (die Schaufel, nicht der Depp) und jetzt endgültig durchgezogen bei Microsoft. Mit dem Microsoft Band. Am 22. Mai ist Schluss mit lustig. Der 2014 auf den Markt geworfene Fitness Tracker, der mit ein paar schüchternen Features versehen so etwas wie der Vorläufer der Apple Watch hätte sein können, wurde ja nicht allzu lange produziert.

Aber auch nach dem Verkaufsstop der Version 2 im Jahr 2016 lief die Leiche sozusagen noch ein wenig in der Gegend herum. Die Internet Services für das smarte Armband waren immer noch aktiv, werden jetzt aber eingestellt. Gut, die Leiche ist dann höchstens noch klinisch tot, denn offline kann das Ding immer noch als Wecker und als Schrittzähler hergenommen werden. Das ist aber dann so, als würde man sagen: "Ach wie praktisch, mein Auto hat ja immer noch den Zigarettenanzünder und die Sitzheizung am Laufen, ist also noch ein Auto."

Mitnichten.

Das sieht Microsoft auch so, denn Besitzer des Geräts können entweder 80,- oder 175,- USD zurück bekommen, je nach erstandener Version. Eine nette Geste. Und bevor jetzt jemand sagt: "Aha, da macht man sich wieder über diese Firma in der Nähe von Seattle lustig, die alles kann außer Soft- und Hardware.":

Amazon trägt auch gerade seinen blödsinnigen Dash Button zu Grabe, der nix anderes konnte, als auf Knopfdruck eine bestimmte Warengruppe nachzubestellen. Angeblich, weil man ja jetzt mit seinen Smart Speakern so einen Bestellvorgang viel besser abbilden kann und ein "Drück mich"-Schalter nicht mehr zeitgemäß ist.

Ist natürlich Blödsinn, weil es vorher ja auch schon andere Möglichkeiten gegeben haben soll, Windeln bei Amazon nachzubestellen. Die Dinger hießen und heißen Computer und sollen irre praktisch sein, weil man da quasi jeden beliebigen Button drin finden kann. Für Amazon zumindest. Aber knausrig wie die Buben um Bezos – auch aus Seattle, ja sag einmal – nun einmal sind, gibt es kein Schmerzensgeld für den Verlust des Services. Da spart man dann doch wieder mal auf Kosten des Kunden ein.

Was eben generell fehlt, das sind kleine, nette Ansagen wie: "Kaufen Sie heute und stellen Sie morgen fest, dass das Gerät nicht mehr funzt." Früher konnte man sich zum Beispiel drauf verlassen, dass ein Sony-Gerät auf den Tag genau eine Woche nach Ablauf der Garantie seinen Geist aufgab. Das musste die Firma nicht einmal mehr in die Gebrauchsanweisung schreiben, das wusste man einfach. Aber mit diesem neumodischen Internet wird einem immer suggeriert, dass von nun an alles für immer ist.

Ist es aber nicht.

Also, liebe Firmen mit Netzdingsbumms. Ab jetzt bringt ihr nur noch Sachen auf den Markt, die genau zwei Jahre laufen und dann eh nur noch aus einer laxen Gnade heraus weiter zu verbinden sind. Sowas wie "Windows 2019 - 2021" oder "Amazon Herbstkatalog". Dann weiß der Kunde Bescheid und niemand weint dem Ding danach eine Träne nach.

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