Baut Dämme, statt in erneuerbare Energien zu investieren

Politiker müssten sich viel stärker mit den Folgen der Klimaerwärmung als mit der Reduzierung der CO2-Emissionen beschäftigen, sagt der als Umweltschützer bekannte britische Wissenschaftler Lovelock.

Der britische Biophysiker James Lovelock (89), der durch seine Gaia-Hypothese – die Erde als Superorganismus – und als Pionier des Umweltschutzes bekannt wurde, sorgt immer einmal wieder für provokante Thesen. So schlug er den massiven Ausbau der Atomkraft vor, um die Klimaerwärmung zu reduzieren, was bei den Grünen gar nicht gut ankommt.

Jetzt kritisiert er die britische Regierung, viel zu stark auf die Entwicklung erneuerbarer Energien zum Klimaschutz zu setzen. Das sei "vergeblich". Man müsse sich stärker auf das Bauen von Dämmen konzentrieren, sagte er, so gibt ihn der Telegraph wieder, um die Küste und vor allem London vor dem steigenden Meer zu schützen. Erneuerbare Energien "reduzieren den Meeresanstieg, der London ausschaltet, kaum. Wir sollten das Geld lieber für die Verstärkung des Schutzes ausgeben als für die vergeblichen Bemühungen, erneuerbare Energien zu verbessern". Überhaupt müssten sich Politiker viel stärker mit den Folgen der Klimaerwärmung als mit der Reduzierung der CO2-Emissionen beschäftigen. Seine pessimistischen Ansichten hatte er schon vor Jahren in seinem Buch Die Rache Gaias ausgebreitet.

Er geht davon aus, dass die Erde sich bis zu 5 Grad erwärmen könnte, weswegen die Versuche, den Klimawandel zu stoppen, sowieso zu spät kämen. Die erwärmte Welt würde nur noch Platz für eine Milliarde Menschen bieten, warnte er. Großbritannien würde dann von Klimaflüchtlingen aus Europa überrollt werden: "Es ist nicht die Frage, ob wir uns der EU anschließen wollen, sondern ob sich die EU uns anschließen wollen." Großbritannien, so der Brite, sei schließlich einer der wenigen Orte, der in der Zukunft noch angenehm sein werde: "Es ist unsere Aufgabe, Großbritannien zu retten, weil wir eine Rettungsbootinsel sind." Dann wären für ihn wohl nicht nur Dämme gegen die Wasserfluten notwendig, sondern auch Mauern gegen die Flüchtlingsmassen, was ja auch schon das Spirchtwort "My Home is my Castle" nahelegt.

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