Bayern beruft Burnout-Beauftragten

Mit der neuen Stelle soll der Zunahme psychischer Erkrankungen begegnet werden

Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder kündigte letzte Woche im Rahmen einer Regierungserklärung zur Gesundheitspolitik an, dass der Freistaat als erstes Bundesland einen "Psychiatrie- und Burnout- Beauftragten" berufen wird. Der soll in einer "Mittlerfunktion zwischen Praxis, Forschung und Politik" als Ansprechpartner für Unternehmen und Fachgesellschaften fungieren und diese beraten.

Grund für die Schaffung der neuen Stelle ist Söder zufolge die rapide Zunahme psychischer Erkrankungen, deren Zahl sich in Deutschland in den letzten zehn Jahren verdoppelte. Mittlerweile sind sie für 37,7 Prozent aller Erwerbsminderungsfälle verantwortlich. Seit 2007 wird auch das so genannte "Burnout-Syndrom" als Grund für eine Berufsunfähigkeit anerkannt - ein chronischer Erschöpfungszustand, bei dem ein indirekt über Leistungsziele ausgeübter Zwang zu Arbeitszeiten weit jenseits der gesetzlichen Grenzen eine wichtige Rolle spielt. Bayern ist durch die Ballung großer Unternehmen in besonderer Weise von diesem Phänomen betroffen.

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