Berichterstattung über Klimaerwärmung geht zurück

Nach einer Studie gab es in Zeitungsartikeln 2007 einen Peak, seitdem fällt mit der aufkommenden Finanzkrise die mediale Aufmerksamkeit deutlich ab.

In den letzten Jahrzehnten ist die Berichterstattung über den Klimawandel bzw. die Klimaerwärmung stetig gestiegen. Nach einer Auswertung von 41 wichtigen englischsprachigen Zeitungen auf der ganzen Welt, in denen Artikel mit einem der beiden Begriffe vorkamen, hat Max Boykoff von der Oxford University in einem Artikel in Nature den Anstieg zwischen 1980 und 2006 dokumentiert.

Grafik: Nature/Max Boykoff

Einen deutlichen Peak gab es um 1993, als weltweit akzeptiert wurde, dass es eine von Menschen verursachte Klimaerwärmung gibt. In Rio de Janeiro fand 1992 die Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung (UNCED) statt, auf der die Klimarahmenkonvention (UNFCCC) beschlossen wurde, aus der schließlich das Kyoto-Abkommen hervorging. Danach fiel die mediale Aufmerksamkeit wieder. Einen neuen deutlichen Peak konnte Boykoff dann ab 2004 feststellen, also nach Beginn des Irak-Kriegs und angesichts wachsender Ölpreise, der Katrina-Katastrophe 2005, der Trockenheit in Australien 2006, Al Gores Dokumentarsfilm und neben zahlreichen weiteren Berichten die Klimakonferenz 2007 in Bali.

Doch mit der beginnenden Finanz- und Wirtschaftskrise verliert die Klimaerwärmung an Aufmerksamkeit. Boykoff hat mit seiner Kollegin Maria Mansfield den Trend der letzten vier Jahre in 50 Zeitungen aus 20 Ländern untersucht und das Ergebnis auf der Klimakonferenz in Posen vorgestellt. Danach explodierte die Berichtserstattung um das Jahr 2006, erreichte eine Spitze 2007 (allen voran in europäischen Medien), aber scheint seitdem wieder kontinuierlich zurückzugehen –abgesehen von einem kurzen Peak in Ozeanien Ende 2007 und Anfang 2008. Sollte der Trend anhalten, dann würde dies bedeuten, dass der Druck auf die Politik durch die Öffentlichkeit nachlässt, starke Klimaziele zu beschließen. Das lässt sich schon jetzt beobachten.

Grafik: Maria Mansfield und Max Boykoff
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